Zwei Meldungen vorab: Die katholische Bischofskonferenz will sich beim Papst dafür einsetzen, dass das erste in Deutschland errichtete Windrad heilig gesprochen wird. Der Erzbischof von Paderborn plant, das Zelebrieren des Hochamts vom Paderborner Dom in den riesigen Windpark bei Paderborn zu verlegen.

Ein allnächtliches Allerheiligen-Geflimmer erhellt das Dunkel im Paderborner Land. Es sind nicht die Lichter des Verstandes, die dort durch die Nacht geistern, es sind die toten Augen des Wahnsinns. Hunderte, wenn nicht Tausende von Windrädern lassen ihre Positionslichter flackern und rufen die Vorstellung eines gigantischen Friedhofs zu Allerheiligen hervor. Aber auch tagsüber hat die Paderborner Landschaft eindeutigen Friedhofscharakter. Dort liegt die energiepolitische Vernunft begraben. Ein Babel, Babelborn geradezu ekstatischen Irrsinns. Unverdrossen schwenken die grünen Jünger des Kalifen Wüst die Weihrauchkessel einer fanatischen, romantisierenden Windkraft-Exegese. Eine pseudo-romantische Bewegung, die statt ‚Zurück zur Natur‘ den ‚Tod der Natur‘ auf ihre Fahnen geschrieben hat. Der Vernunft benebelnde Rauch dieser Bewegung entlarvt diese immer mehr als das, was sie ihrem inneren Wesen nach ist: Sektenwesen. Energiepolitische Fehlplanung in potenzierter Ausprägung.