Kategorie: Erlesener Schwachsinn (Seite 1 von 4)

Blatt 139 Neunzehnter Mai 2026

Fortspinnung der verrückten Geschichte

Zaungasts Vermutungen zielten ins Schwarze und trafen ins Schwarze. Aber weder in Dunkle Materie noch in Dunkle Energie, auch nicht auf einen Dämon. „Der Schrank ist ein verzwergtes Haus“, erklärte der Kommissar. „Es war ursprünglich ein Gebäude, ein Haus, das beschränkt wurde. Und eingeschränkt. So verzwergte es sich zum Schrank. Zum Schrank der leeren Versprechungen, leer wie der Schrank; zum Schrank der hohlen Phrasen, hohl wie der Schrank; zum Schrank der Immobilität, des Stillstands. Zum Schrank bürokratischer Schranken und Beschränktheit. All das lastet schwer auf dem Fundament, auf dem Boden, auf welchem er steht. Deshalb lässt sich das Ding nicht bewegen. Dieser Schrank war ursprünglich das Gebäude der deutschen Demokratie. Um Beschränkungen und Beschränktheit des Schrankes aufzheben, benötigt es wohl eine Revolution, Neuwahlen werden nicht reichen, anderenfalls wird sich das einst so stolze Gebäude noch vom Schrank zum Sarg verzwergen. Und dieser Zeitpunkt scheint mir nicht mehr weit. Schnelles Handeln tut also Not. Aber das ist nicht Aufgabe der Polizei. Auf Wiedersehen.“

Blatt 137 Siebzehnter Mai 2026

Fortsetzung der verrückten Geschichte vom fünfzehnten Mai

Die Verstärkung in Gestalt zweier Hünen traf ein. Der Vormann des Möbelpackertrupps, genannt Ali Baba, sowie ein weiterer Kollege. So waren sie nun also schon zu viert. Voller Zuversicht rückten Ali Baba und die vierzig Finger dem widerspenstigen Möbelstück zu Leibe. Es half alles nichts. Der renitente Schrank blieb unverrückbar. „Hier stimmt etwas nicht“, sagte Ali Baba und seine Leute pflichteten ihm kopfnickend bei. Da sie sich keinen Rat mehr wussten, beschlossen sie, die Nuss der Polizei zum Knacken zu geben. Kommissar Kalauer nahm sich des Falles an. Der Kommissar war gerade eingetroffen, da sagte einer der Möbelpacker: „Warum zerlegen wir das verdammte Ding nicht einfach?“ Kalauer erhob umgehend Einspruch. Er wollte dem Rätsel allein mit seinem Sherlock-Holmes-Verstand beikommen. Er sagte: „Ich sehe hier nur zwei plausible Möglichkeiten. Entweder ist der Schrank vollgepackt mit dunkler Materie, oder ein Dämon hat seinen Wohnsitz in diesem Schrank genommen. Wir werden das in Kürze feststellen.“ Doch weder ein hinzu gezogener Physiker noch ein Exorzist konnten zu des Rätsels Lösung beitragen. Schließlich wurde Kommissar Zaungast mit dem Fall betraut.

Fortsetzung folgt

Blatt 135 Fünfzehnter Mai 2026

Eine verrückte Geschichte

Gewissen Gemäuern ist zu eigen, dass sie die Lebensäußerungen der Menschen, die in ihnen wohnen, in ihre Mauern aufsaugen und daselbst speichern. Diese dort einbalsamierten Lebensäußerungen und auch Gedanken können von empfindsamen Menschen, wie beispielsweise einem Medium, zu neuem Leben erweckt werden und dann als Spukphänomene zutage treten. Kann auch ein nicht verrückbarer Schrank unter diese Kategorie fallen?

Zwei Möbelpacker lieferten Horst Rüping einen neuen Schrank, doch der alte ließ sich nicht verrücken. Als sei er an der Wand festgenagelt. War er aber nicht. Und auch die Möbelpacker, kräftige Kerle, die zu zweit schon so manch ein Klavier treppauf treppab getragen hatten, vermochten es nicht, den vollständig ausgeräumten Schrank auch nur um einen Millimeter zu verrücken. „Das gibt es doch nicht“, sagte Herr Rüping, „entweder der Schrank wird jetzt verrückt oder ich werde verrückt.“ – „Es scheint, wir sind alle drei verrückt geworden, das ist ja komplett verrückt“, sagte einer der Möbelpacker. Sie rafften sich zu einer letzten finalen Anstrengung auf, doch auch diese erwies sich als fruchtlos. Es wurde sodann Verstärkung angefordert.

Fortsetzung folgt

Blatt 131 Elfter Mai 2026

Vor etwa zehn Tagen berichteten wir von dem Mann, der von einer hartnäckigen Verstopfung heimgesucht wurde, immer dann, wenn der dreißigste April auf einen Donnerstag fiel. Eine Verstopfung, die zehn Tage anhielt, um sich dann in einer Überraschung zu entladen. Gestern passierte Folgendes: Die Überraschung bestand aus zehn Flaschengeistern, Dschinns aus 1001er Umnachtung, Kaldaunengeister in diesem Fall, Abgesandte des Propheten. Sie sind gekommen, um hier ordentlich Wind zu machen und das Land aufzumischen. Politik und Behörden lassen sie gewähren.

Zum Schluss noch ein Musiktip: Constipation Blues von Screamin‘ Jay Hawkins

Blatt 120 Dreißigster April 2026

Constipation Blues

Dies ist die Geschichte des Mannes, der seine Bleistifte im Gehen anspitzte. Er wurde von einer hartnäckigen Verstopfung heimgesucht, immer dann, wenn der dreißigste April auf einen Donnerstag fiel. So wie heute. Eine Verstopfung, die zehn Tage anhielt und sich dann in einer überraschenden Entladung Luft machte. Seien wir also gespannt, was in zehn Tagen passiert. Nachzulesen in diesem phantastischen Kalender.

Blatt 116 Sechsundzwanzigster April 2026

Zaungastige Philosophie zum Sonntag

Erst wenn Sinn und Widersinn sich zu einer Art übersinnigem Unsinn zusammenfinden, erst dann haben wir die Konstellation, die nötig ist, um den Wind des Zweifels so stark anzufachen, dass er die Flamme der Gewissheit, und zwar aller nur denkbaren Gewissheiten, endgültig ausblasen kann. Dies ist der Tag, an dem alle zu Zaungästen werden, Menschen sowie Götter. Es ist der Jüngste Tag. Danach kommt nichts mehr. Es ist der Zaungast, der triumphieren wird über das Handeln und das Denken, über die Anfacher und die Bremser, die Bekennenden und die Leugner. Das Wesen der Zaungastigkeit ist Geduld, die nicht auf ein Ziel oder eine Sinnerfüllung schaut.

Blatt 107 Siebzehnter April 2026

Eine Geschichte aus der Rubrik ‚Erlesener Schwachsinn‘

Die Tränen der Trauernden bedeckten schon bald den Boden, stiegen bis zu den Fußknöcheln und sickerten in die Schuhe. Bald benetzte die Tränenflut auch die Kniekehlen. „Seien wir froh, dass wir es hier mit Tränen und nicht mit Pisse zu tun haben“, sagte einer der Trauernden. Das Meer der Tränen stieg derweil weiter. Bald reichte es den Jüngeren unter den anwesenden Kindern bis zum Hals. Der Tränenfluss musste versiegen, sonst würde es brenzlig werden. „Ein Witz!“ rief jemand, „wer kennt einen lustigen Witz?“ Wittbart gab seinen besten Witz zum Besten:

Hugo, der Waldschrat, stand neben der krummen Kiefer. ‚Der Bach ist gar nicht so weit‘, sagte er sich. Die hässlichen Frauen auf der Murke mampfen mal wieder im grünen Klee. Soll man da nicht fluchen? Tote Soldaten und Spitzmäuse! Widuwitz, der Wuckel, und nicht einen Tropfen. Dabei war es bereits zu spät für den Otter. Vor dem breiten Fenster hingen Zweige.

Da kullerten die Lachtränen aus den Augen der Trauernden und eine Lachflut brach über sie herein. Das Wasser stieg weiter. Die Kinder wurden auf den Arm genommen. Doch das Wasser stieg immer weiter. Wie sollte man die Flut stoppen? „Wir müssen aufhören zu weinen“, sagte einer. „Ein Messer! Wer hat ein Messer?“ „Ich!“ Sie stachen sich gegenseitig die Augen aus.

Ist das wirklich nur Schwachsinn? Oder steckt ein verborgener Sinn dahinter?

Blatt 087 Achtundzwanzigster März 2026

Zur Sache, Schätzchen!

Er bat um ein Stück Zucker, sie gab ihm Saccharin. Sie war eingefleischte Feministin. Er hoffte auf die Glücksache, als er die Ursache nach Wesen und Zweck der Ur-Sache befragte. Die Ursache erwies sich weder als sachkundig noch als sachdienlich und machte kurzerhand die Nebensache zur Chefsache. Die Hauptsache hingegen hatte sich maskiert. Wie üblich. Sie ging im Tarngewand der Tatsache. „Zur Sache, Schätzchen“, sagte sie. „Himmel in der Hose, Hölle unterm Rock, gib mir Zucker!“ sagte er. „Pimmel“, sagte sie. Und in seinem Schatten baumeln und bimmeln die Totenglocken eines linksfaschistisch ausgerichteten Feminismus der von Hodenberg und Co. Er bat um ein Stück Zucker, sie gab ihm Saccharin.

Blatt 065 Sechster März 2026

Ja, es hatte Plopp gemacht und die Brustwarzen der Götzin sprangen von ihren Brüsten und da hatte ER die Pickel im Gesicht. (siehe Blatt 060)

Noch einmal ploppte es, da sprang der Nabel aus ihrem Bauch, eine blassrosane Rose. Wie ein Raketengeschoss mit mehreren Gefechtsköpfen brachte sie im Flug zahlreiche Knospen hervor, die sich als Gürtelrose um seinen Leib legten. Da hatte ER die Gürtelrose rund um seinen Torso.

Der Götze mit den drei Köpfen, fünf Armen und sieben Füßen, aber nur einem Pimmel, warf IHM mit allen drei Köpfen seine Häme entgegen, da hatte ER seine Hämmorhoiden in einem Arschgesicht. Fortsetzung folgt.

In Baden-Württemberg stehen schlaflose Nächte für die Politiker an, aus Sorge um ihre Pfründe. Lügen und leere Versprechungen sollen dafür sorgen, dass sie nicht von den Bürgern per Wahlentscheid von ihren Freßnäpfen vertrieben werden. Das Monopoly der Politiker (siehe Blatt 054) beleuchten wir an einem der nächsten Tage.

Blatt 060 Erster März 2026

Es ist Sonntag, der Tag des Herrn, Frühlingsanfang und ein neuer Krieg tobt. Da mag die Stimme des Zynikers einmal schweigen. Dennoch gilt auch an einem solchen Tag: Unser tägliches Maß an gesundem Nonsens gib uns heute. Kommissar Zaungast lässt bitten:

ER hat den falschen Gott angebetet. Er hatte drei Köpfe, fünf Arme und sieben Füße, aber nur einen Pimmel. Der Gott. Das hat ER nun davon: Pickel im Gesicht, Herpes an den Lippen, Frostbeulen an Händen und Füßen, Gürtelrose rund um den Torso und Hämorrhoiden am Arsch. So was kann kommen, wenn man den falschen Gott anbetet. Es war ein Sankto-Gender-Gott, der sich als Herr fühlte, wenn er in Gestalt einer Herrin auftrat und umgekehrt.

Sie standen sich gegenüber, ER und der Gott, der nur ein Götze war, in Gestalt einer Herrin. Splitterfasernackt, denn Götter tragen keine Kleider. Götzen manchmal. Mit einem Plopp sprangen die Brustwarzen der Götzin von ihren Brüsten und siedelten sich im Gesicht ihres Gegenübers an. Da hatte ER die Pickel.

Fortsetzung folgt

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