Blatt 100 Zehnter April 2026

Da dieser Kalender ein Portal für Satire, erlesenen Schwachsinn sowie grotesken Kriminalfällen sein sollte, darf Letzteres nicht fehlen. Im Herbst dieses Jahres erscheint die Kriminalgroteske ‚Zaungast und der Erlkönig‘. Daraus als Vorgeschmack nun die ersten Zeilen:

Aus kühlem Wiesengrund steigt wabernd der Nebel. Kein Lüftchen streicht über das Gras hinweg. Die Randeichen des nahen Waldes stehen reglos und schweigend. Alles wirkt wie aufgemalt; starr, bewegungslos, stumm. Am Himmel verblassen soeben die letzten Sterne, um dem heraufdämmernden Morgenlicht zu weichen. Schaurig gellt der Todesschrei einer Krähe vom nahe gelegenen Moor herüber.

Der Vogelkundler, der in diesem Moor seinen Horchposten bezogen hat, merkt nicht, dass er beobachtet wird. Seine Aufmerksamkeit ist ganz auf die Vogelstimmen gerichtet, die zwitschernd die Ouvertüre des neuen Tages orchestrieren. Als die Krähe ihren Todesschrei ausstößt, schaut er kurz auf. Gespenstisch schälen sich die Umrisse einer Kopfweide aus dem Nebel, ein riesenhafter Struwwelkopf mit einem Ableger rechts, einem seltsamen Auswuchs langer, auseinandergespreizter Weidenruten, gleich einer knöchernen Schwurhand. Ein in Weidenholz verwachsenes Memento. ‚Memento mori! Gedenke des Todes!‘ will es heißen. So spukt es dem Ornithologen durch den Kopf. Ja, der Tod ist präsent an jenem nebligen Morgen im und rund um das Moor. Im Gaukelflug streicht lautlos eine große Eule auf ihren Schlafbaum zu, in ihren Fängen die Krähe, die eben ihr Leben ausgehaucht hatte, irgendwo im unheimlichen, tückischen Moor, da, wo der Legende nach ein furchterregendes Gespenst umgeht. Professor Mellenkamp fürchtet weder Gespenster noch das Moor. Das Moor ist quasi sein Zuhause. Er kennt hier jeden Tümpel, jeden Pfad, auch jede Gefahr, die abseits der sicheren Pfade lauert. Unzählige Stunden hat er hier schon verbracht, allein oder mit Kollegen. Zumeist allein, um seine gefiederten Freunde zu beobachten, zu belauschen und ihre Stimmen aufzuzeichnen.

Noch immer hat er nicht registriert, dass man ihn beobachtet. Heimlich, aus dem Nebel heraus. Eine Unke hockt in ihrem Tümpel und unkt ihn an. ‚Bran‘ glaubt Professor Mellenkamp zu verstehen. Dann plötzlich hört er das Knacken. War es ein Fuß, der auf einen morschen Ast getreten ist … oder … das Spannen einer Waffe, das leise Knacken des Abzugshahns? Zum ersten Mal in seinem Leben spürt Professor Mellenkamp eine Atmosphäre irrationaler Furcht in diesem Moor. Fröstelnd zieht sich Mellenkamps Haut zusammen. Schattengleich schält sich etwas aus dem Nebel heraus. Die Umrisse eine Gestalt …

Blatt 099 Neunter April 2026

Ein neuer Versuch Zaungasts, sich eine Klage wegen Majestätsbeleidigung einzuhandeln.

Es gibt Halunken, die sprengen sogar den narzisstisch tyrannischen Bezugsrahmen der Unterwürfigkeitsanthropologen. Sie haben das Primat des Egoismus auf ihre Fahnen geschrieben, es sind rücksichtslose Praktiker, deren snobistischer Eskapismus Loyalität, Inzestuosität und Diamorphose ihren sinnmassakrierenden, psychotisch endogenen Symbolisationen skrupellos aufopfert.

Die Frage ist, ob Merz und Klingbeil in der Lage sind, diesen analytisch einfachen Text, ohne pseudointellektuelle Verbrämungen, zu verstehen. Ein Grundsatz in der Psychologie des Beleidigten besteht darin, dass eine klare Ansage wie beispielsweise Schwachkopf weniger Empörung hervorruft als wenn ich jemanden als einen Zengerling oder als einen Feifel bezeichne.

Blatt 098 Achter April 2026

Vermischtes

Das Leck, mit welchem das ehemalige europäische Flaggschiff Deutschland in die Havarie steuert, ist mit keinen Sondersteuern, mit keinen Abgaben mehr zu stopfen. Es muss Ballast abwerfen, um nicht zu kentern. Der Kapitän, eher ein Leichtmatrose, sieht backbords das Schlaraffenland und steuerbords eine große Mauer. Er hat vollends die Orientierung verloren.

Friedrich Merz ist ein Taschenspieler, ein Trickser, der das Hütchen unter seinen Bechern nach Belieben verschiebt und so die Menschen jedes Mal hinters Licht führt. Und am Ende zaubert er aus seinem Hut nichts als Schulden und immer neue Schulden. Und seine Lügen kleidet er in immer groteskere Gewänder, in Klamotten wie aus 1001er Nacht.

Die Brandmauer ist aus Steinen des Anstoßes gemauert, ihr Baumeister glaubt allerdings, er sei im Besitz des Steines der Weisen. Das ist er mitnichten. Und nun zieht Sturm auf, der an den Grundvesten dieser Mauer rüttelt. Gelingt es der CDU nicht, die Mauer niederzureißen bevor der Sturm das besorgt, wird die Partei mitsamt der Brandmauer zerbröseln.

Bas, Esken, Roth, Prien, von der Leyen, Lang … verpisst euch aus der Politik und verbrüdert euch stattdessen zum Hexensabbat!

‚Zaungasts satirische Chronik 2025‘ als Buch im Buchhandel erhältlich.

Blatt 097 Siebter April 2026

Die gelungene Mondmission ist zweifellos ein Fest für Lunatiker, aber nur für Lunatiker. Sie nennen es Raumfahrt. Kann man ein Herumnavigieren innerhalb unseres Sonnensystems überhaupt als Raumfahrt bezeichnen? Dann könnte man auch ein Herumpaddeln auf einer Luftmatratze am Meeresstrand als Seefahrt bezeichnen. Es gibt keine Raumfahrt, es wird vermutlich niemals Raumfahrt geben. Vornehmster Zweck dieser Mondmission war, die Spinner, die auf der Rückseite des Mondes eine militärische Basis der Außerirdischen vermuten, eines Besseren zu belehren. Doch die sind vermutlich genauso vernunftresistent wie die CDUler hinter ihrer Brandmauer. In welchem Zusammenhang die Mondmission mit dem geplanten Ausreiseverbot für wehrfähige Männer steht, müsste auf einem anderen Kalenderblatt geklärt werden.

Zaungasts Kalender von 2025 ist im Buchhandel erhältlich. Erschienen im Wolfgang Hager Verlag: ‚Zaungasts satirische Chronik 2026‘.

Zaungast bei X unter Zaungast44 zu finden.

Blatt 096 Sechster April 2026

Das Wort zum Ostermontag delegieren wir an Zaungasts Lieblings-Aphoristiker Nicolas Gomez Davila.

„Die Wahrheit ist in dem unbestimmten Bereich zu Hause, wo entgegengesetzte Prinzipien sich wechselseitig kreuzen und berichtigen.“

„Die Wasser des Abendlandes sind faulig, doch die Quelle ist rein.“

„Beim Christentum eines Christen der Linken eliminiert früher oder später einer der beiden Faktoren den anderen.“

„Nur wenn im Verhalten des Individuums antidemokratische Elemente vorherrschen, münden die Demokratien nicht im Despotismus.“

„Jede Sache, die rentabel wird, fällt in gemeine Hände.“

Blatt 095 Fünfter April 2026

Über die Havarie des Wales hatten wir uns schon ausgelassen, heute geht es um den Bösen Wolf. Der hat nämlich eine Frau gebissen, und das mitten in Hamburg! Für die Grünen ist der Wolf wohl eher ein Tier aus dem Streichelzoo. Da ist dann der Jäger der Böse. Nur nicht den bösen Jäger auf den Plan rufen, sondern alles der Natur selbst überlassen. Da der Wolf aber bei uns keine natürlichen Feinde hat, müssen wir Tiger hier ansiedeln, die den Wolfsbestand dezimieren. Doch der Tiger hat überhaupt keine natürlichen Feinde und frisst bisweilen auch Menschen. Demnach müssen wir den Tyrannosaurus klonen und wieder ins Leben rufen, damit er die Tiger dezimiert. Was aber kommt nach den Sauriern? Der Meteoriteneinschlag. Das haben sich die Grünen fein ausgedacht, da zeigt sich deren nekrophile Grundausrichtung. Sie beten alles Tote an. Deshalb auch roden sie die Wälder und stellen ihre Windräder in die Landschaft. Die Grünen ruinieren neben der Wirtschaft auch noch die Landschaft. Die Grünen pflegen einen Todeskult.

Beitrag 094 Vierter April 2026

Die schizophrenen Blüten germanischen Innenlebens schießen wie Pilze aus dem Boden. Der Zyniker weiß gar nicht, welchen Giftpilz er zuerst zertreten soll. Legen wir heute mal einen Fall aus Bayern unter unsere verzerrende Lupe.

Ein dunkles Gewächs aus Burkina Faso, ein tollwütiger abgelehnter Asylbewerber, vermutlich vom Makaken gebissen, der es bis in den Rundfunkunrat des Bayrischen Rundfunks geschafft hat, schmeißt mit Strafanzeigen wie mit Konfetti um sich. Jetzt hat er einen Journalisten von Apollo News angeschwärzt. Eine korrupte, bis ins Mark verfaulte bayrische Justiz macht sich die absurden Anklagen zu eigen. Vorwürfe, die nicht einmal auf tönernen Füßen stehen, sondern reine Blindschleichen sind.

Zaungasts satirische Chronik von 2025 ist als Buch erhältlich, im Internet- und im stationären Buchhandel. Zaungast bei X ist zu finden unter Zaungast44

Blatt 093 Dritter April 2026

Dritter April 2026, Karfreitag. Zum Karfreitag eine Leidensgeschichte, die sowohl zum Karfreitag als auch zum gestrandeten Wal passt. Ein Orakel des Todes.

Sie war nicht unbedeutend müde. Lebensmüde. Ihr Name tut nichts zur Sache. Sie war ein Wal, sie war älter als Methusalem. In ihrem Bauch hatte sie einst den Jonas beherbergt. Und sie hatte das menschliche Leben ausgespien, an Land geworfen. Und sie hatte unzähligen kleinen Walen das Leben geschenkt, die in ihrem Bauch herangewachsen waren, aber keines von ihren Nachkommen lebte mehr. Sie hatte sie alle überlebt. Und nun würde in ihrem Bauch nichts Lebiges mehr heranwachsen können.

Ruhelos trieb das riesige Tier in den weltumspannnenden Wassern der Ozeane, dem Urquell alles Lebendigen. Um in eben jenem ureigensten Elixier des Lebens dem grausamsten aller Tode entgegenzutreiben. Unfähig, das Leben weiterzugeben, hatte auch ihr eigenes, individuelles Leben seinen Sinn eingebüßt. Lieber wäre es ihr da schon gewesen, hätte sich die hakenbewehrte Harpune des Walfängers in ihr Fleisch gebohrt. Aber es gab keine Harpunen mehr; auch keine Jäger, die sie hätten abschießen können. Es gab überhaupt keine Menschen mehr. Schwermütig pfiff die Luft durch das ölverschmierte Atemloch des Riesentiers. Oben, auf dem Festland, hatte die Herrschaft der Maschinen begonnen, hatte das Leben unterdrückt und geknechtet und schließlich ganz ausgelöscht. Hier unten, wo dieses Leben einst seinen Ursprung genommen hatte, hierhin hatte es sich letztendlich zurückgezogen. Sie war das letzte lebende Tier ihrer Art, das letzte Lebige aller Tiere. Und sie war älter als Methusalem. Noch einmal pfiff die Luft resignierend aus dem riesigen Körper. Es war ihr letzter Atemzug. Mit ihm stieg eine Wasserfontäne hoch empor über ein unendlich scheinendes, grauschwarzes, sich sanft wiegendes Sterbelaken. Aber kein Auge war mehr da, diesen letzten Abschiedsgruß des Lebens zu schauen.

Zu düster? Tröstet euch, Ostern steht vor der Tür! Diese kleine Fabel darf auf keinen Fall als Appell missgedeutet werden, bei der nächsten Wahl die Grünen zu wählen! Grüne und Linke sabotieren Naturschutzmaßnahmen! Windräder in Wald und Flur sowie Solaranlagen auf unseren Wiesen stehen für radikale Zerstörung der Natur, für eine Torpedierung des Artenschutzes!

Blatt 092 Zweiter April 2026

Zweiter April 2026, Gründonnerstag. Was denkt ein Grüner, wenn er es donnern hört? Er hält den Donner für einen Furz des Propheten und macht Bücklinge in Richtung Mekka. Der Gründonnerstag ist der Osterfeiertag eines Grünen schlechthin. Vor dem Karfreitag graut es ihn, denn jedes Kreuz hat seinen Haken, so glaubt er. Überall sieht er Hakenkreuze. Und für Ostern hegt er die Befürchtung, dass das Stehaufmännchen eine Popelbremse unter der Nase trägt.

In Saarbrücken hat eine Gerichtswachtel ihr Ei mit ihrem Exkrement vertauscht beziehungsweise verwechselt. Das Eine steht für Boshaftigkeit, das Andere für abgrundtiefe Dummheit. Der Fall ist so krass, dass man beides annehmen muss.

Blatt 091 Erster April 2026

(Noch) ein Aprilscherz, der keiner ist.

Auf einer Schachtel ‚Sicherheitszündhölzer‘ lese ich: „Dieses Produkt trägt durch die FSC-Zertifizierung zum Schutz der Wälder bei.“ Um Nutzholz zu produzieren, muss aber zunächst Kleinholz aus Fichten- oder Buchenholz gemacht werden. Deshalb vermute ich, das FSC steht für Fällen mit Schallgedämpfter Chainsaw. Der Wald stirbt also leise, friedvoll, und jeder Baum bekommt als Grabdenkmal ein gigantisches Windrad.

Weiter lese ich: „Hergestellt in China nach EN1783:1997+A1:2002:SAF.“ Importiert von einer Hamburger Handelsgesellschaft für eine Grevener Handelsgesellschaft. Nach der grotesken bürokratischen Formel zu urteilen, kann EN eigentlich nur für Europäische Norm stehen. Aber das ist reine Vermutung meinerseits.

Die Anreißfläche der Schachtel sieht aus wie bepustelte Albinohaut. Die Hölzer brechen schon entzwei, wenn man sie nur anfasst, sie zünden mehr schlecht als recht, die Flamme erlischt, kaum dass das erste Fünkchen aufflackert. Ergo: Zurück in die Steinzeit zu den guten alten Feuersteinen, ein Weg, den die Religionsphilosophie in unserem Land ja bereits beschritten hat.

Lasst euch nicht von der Regierung und den Kanaillen der Journaille in den April schicken! Mahnt Kommissar Zaungast.

Zaungasts satirische Chronik 2025 im Buchhandel erhältlich. Zaungast bei X zu finden unter Zaungast44

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