Schlagwort: Realsatire

Blatt 133 Dreizehnter Mai 2026

Der Zustand unseres Landes am Beispiel der Bahn dargestellt. Die Bahn im dunklen Tunnel, kein Licht am Ende des Tunnels. Bericht einer Bahnreise. Realsatire.

Es geht los am Bahnhof Geltendorf/Obb. mit der S4 zum Münchner Hauptbahnhof. Türen defekt. In München-Pasing kommt die Durchsage: Heute kein Halt am Hauptbahnhof. Also am Stachus aussteigen und per Fußmarsch zurück zum Hauptbahnhof. Zum Glück hatte ich ein ausreichendes Zeitpolster. (braucht man bei der Bahn immer). Dann am Bahnhof: Der ICE 588 nach Hamburg fährt von Gleis 24 statt wie laut Fahrplan von Gleis 19. Die Platzreservierungen sind hinfällig, weil ein anderer Zug als der vorgesehene eingesetzt wurde. Nach Abfahrt des Zuges ging eine Zeit lang alles gut. Kurz nach Fulda dann Stillstand. Im Tunnel. Durchsage des Zugchefs: „Ein Suizidgefährdeter spaziert zwischen Kassel und Fulda auf der Rennstrecke hin und her. Die Strecke ist gesperrt.“ Also raus aus dem Tunnel und zurück nach Fulda, um über eine Umleitung nach Kassel zu fahren. Voraussichtliche zusätzliche Verspätung etwa 90 MInuten. Dann war die Strecke aber plötzlich doch wieder frei. Also zurück auf die ‚Rennstrecke‘ nach Kassel. Umstieg in Kassel in den Regionalexpress nach Düsseldorf. Abfahrt mit nur fünf Minuten Verspätung. Toilette defekt. Ankunft am Zielbahnhof Paderborn mit nur fünf Minuten Verspätung!

281. Kalenderblatt 08. 10. 2025

Der mit drei Sternen dekorierte Maitre de cuisine, Meisterkoch Ulysses Mockturtle Zengerling aus der Gourmandie, gab sich die Ehre als Juror in der allwöchentlichen Fernsehshow ‚Die Fressorgie‘. Völlig ausgehungert begab er sich an die Bewertung der von den Kandidaten zubereiteten Gerichte. Voila, der erste Teller: „Ah“, sagte Ulysses Mockturtle Zengerling, „ich sehe, alle geforderten Zutaten sind auf dem Teller, das gibt schon mal zehn Bonussterne.“ Klatschaffen untermalen dieses Statement mit Beifall. Dann greift Ulysses Mockturtle Zengerling zu den Waffen und rückte dem, was der Teller zu bieten hatte, beherzt zu Leibe. „Alles perfekt abgeschmeckt, alle Zutaten kommen perfekt zur Geltung“, sprach der Meister, „aber da ist noch etwas, das mir etwas zu dominant ist und nicht auf der Zutatenliste steht. Was … äh … ist es?“ – „Das ist Knoblauch, mon maitre de cuisine“, erklärte der Studiokoch.

Und nun die Realsatire. Eine Jurorin sollte in der ‚ZDF-Küchenschlacht‘ eine Basilikum-Cremesuppe bewerten. Die Jurorin: „Ich bin etwas irritiert. Hier ist noch eine andere Zutat mit im Spiel. Was ist das für ein Geschmack?“ – „Das sind Bohnen“, sagte der Studiokoch. Wenig später behauptete die Jurorin dann: „Eigentlich schmeckt die Suppe mehr wie eine Bohnensuppe.“

229. Kalenderblatt 17. 08. 2025

Umschlagtext des in Kürze erscheinenden Bandes ‚Zaungast und die Herrschaft der Ampelaner‘ oder ‚Von der Pandemie zur Pandämonie‘:

Das Ampelonium, die Mautschnecke sowie die Straße der Reformen, die nur im Rückwärtsgang befahren werden konnte, liegen in Trümmern. Die Dämonen scheinen vorerst gebannt. Der ampelanische Geist aber spukt weiter. In hohlen Köpfen. Die Dämonen planen ihre mystische Hochzeit. Kommissar Zaungast führt bereits weitere Ermittlungen. Im Pattland. Gegen Mohamed Schach Matta. Patta Patta! Patt auf allen Feldern. Nichts geht mehr. Erfährt das Groteske, das Destruktive dieses Bandes noch einmal eine Steigerung? In der Realsatire? Es scheint so.

© 2026 Kommissar Zaungast

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