Schlagwort: Plagiate

Blatt 029 Neunundzwanzigster Januar 2026

Vom Doktorhut zum Nachttopf.

Den Doktorhut haben sie ihm vom Kopf gerissen, dem Mario Voigt, eine akademische Skalpnahme sozusagen. Nun steht er barhäuptig da, weil er sich eines Plagiats schuldig gemacht hat. Seinen Hut mag er wenigstens noch als Nachttopf verwenden. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Kacke. Für Mario Voigt.

„Plagiieren verb. tr. Gedanken oder Stil eines anderen Schriftstellers übernehmen, den man nie im Leben gelesen hat.“ (Ambrose Bierce) Karl Kraus hat das Plagiatsthema ähnlich beleuchtet. Zwei Lanzen für den thüringischen Ministerpräsidenten? Nein, Kommissar Zaungast liegt es fern, Balsam auf die wunde Seele des Mario Voigt zu träufeln. Das ist naheliegend. Das Bierce-Zitat ist eher auf den österreichischen Plagiatsjäger gemünzt, dessen Berufung es scheinbar ist, sich durch anämische, pseudo-intellektuell aufgemotzte Texte zu wühlen, um Übereinstimmungen mit anderem Magerquark festzustellen. Machen wir uns nichts vor, beim Gros der Doktorarbeiten wird ein Boden beackert, der an Erkenntnisgewinn nicht mehr hergibt, als eine armselige Flechte. Bestenfalls eine Frucht, in der schon ein anderer Wurm gemümmelt hat. War es nicht auch Karl Kraus, der geschrieben hat: „Eine Doktorarbeit ist das Umbetten toter Gebeine von einem Grab in das andere.“ Ich bin mir da aber nicht sicher.

Was braucht es überhaupt einen Doktorhut für einen Politiker? Seine Narrenkappe sollte ihm Genüge tun. Einen Nachttopf beziehungsweise ein Klo müssen wir ihm selbstredend zugestehen.

221. Kalenderblatt 09. 08. 2025

Plagiatsvorwürfe sind in diesem Sommer mal wieder in aller Munde. Vorab eine Würdigung: Lauterbach, ein grotesker Giftpilz, der seine Verderben bringenden Sporen während der Corona-Zeit mit vollen Händen unters Volk streute, hat nun auch sein Schandmaul aufgerissen, um seine unqualifizierte Melange aus Phantasmen und Lügen zur Causa Brosius-Gersdorf an die ‚Qualitätsmedien‘ durchzustecken.

Aus Kommissar Zaungasts Aphorismen-Sammlung!

Der Aphoristiker muss sich bei jedem Gedanken, den er vor sich herwälzt, fragen, ob er da nicht ein Ei bebrütet, das ein anderer zuvor gelegt und ebenfalls schon bebrütet hat. Beim Verfassen von Aphorismen hängt sich also unweigerlich der Schatten des Plagiatsvorwurfs an die Feder des Skribenten.

Ich versuche wohl, jeden Anflug eines Plagiats oder einer Imitation zu vermeiden, aber ich versuche, ein wenig von der Milch zu nippen, die den groß gemacht hat, den ich bewundere.

Verschmäht wird der Poet, den Zaster kriegt der Poetaster.

Wunschlos glücklich ist ein Widerspruch in sich. Gerade die unerfüllbaren Wünsche gehören zum Glücklichsein wie das Salz zur Suppe.

Der Katzenjammer ist der obligatorische Comes eines zu korybantischen Dux.

Die Guillotine mag sich ja als Präservativ für destruktive Phantasien und gefährliche Ideen gut eignen, Bildung oder Intelligenz gewiss nicht.

Überlassen wir die Anmaßung, etwas genau zu wissen oder in allen Details zu verstehen, lieber den Idioten.

© 2026 Kommissar Zaungast

Theme von Anders NorénHoch ↑