Schlagwort: Ironie

Blatt 151 Einunddreißigster Mai 2026

Das Wort zum Sonntag überlassen wir heute Friedrich Schlegel

„Absicht bis zur Ironie und mit willkürlichem Schein von Selbstvernichtung ist ebensowohl naiv, als Instinkt bis zur Ironie. Wie das Naive mit den Widersprüchen der Theorie und der Praxis, so spielt das Groteske mit wunderlichen Versetzungen von Form und Materie, liebt den Schein des Zufälligen und Seltsamen und kokettiert gleichsam mit unbedingter Willkür. Humor hat es mit Sein und Nichtsein zu tun, und sein eigentliches Wesen ist Reflexion. Daher seine Verwandtschaft mit der Elegie und allem, was transzendental ist; daher aber auch sein Hochmut und sein Hang zur Mystik des Witzes. Wie Genialität dem Naiven, so ist ernste reine Schönheit dem Humor notwendig. Er schwebt am liebsten über leicht und klar strömenden Rhapsodien der Philosophie oder der Poesie und flieht schwerfällige Massen und abgerißne Bruchstücke.“

261. Kalenderblatt 18. 09. 2025

Kommissar Zaungasts boshafte Aphorismen

Da sein Irrsinn sich als nicht therapierbar erwies, überstellte die Irrenanstalt ihn an die Politik.

Man hat ihn verleumdet, den Politiker, indem man ihn der Lauterkeit bezichtigte.

Politiker, die es bis auf die Regierungsbank geschafft haben, sind durch die Bank seelische Krüppel. Sie haben ihre Menschlichkeit dem Dämon der Herrschsucht geopfert.

Wenn der Wähler seine Rede mit ein wenig Ironie würzt, nennen sie es Delegitimierung des Staates oder empfinden es als Majestätsbeleidigung. Wenn sie selber den Wähler delegitimieren, nennen sie es den Kampf gegen Rechts.

Oft genügt es schon, nackt vor den Spiegel zu treten, um den Begriff Menschenwürde mit einem Fragezeichen zu versehen.

Vom Tiger, der einem im Dschungel begegnet, kann man Schonung erhoffen, nicht aber vom ideologisierten Fanatiker, dessen Orientierungsrahmen man infrage stellt.

Friedrich Merz sitzt hinter seiner Brandmauer wie eine tote Fliege im Bernstein.

© 2026 Kommissar Zaungast

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