Halbzeit bei Olympia. Im Schlaf offenbarte sich Kommissar Zaungast eine Vision von den Winterspielen der Zukunft. Spiele, die dem gestiegenen Bedürfnis der Menschen nach Sensationen und Perversionen Rechnung tragen. Der Kommissar träumte von einem Biathlon-Wettbewerb, bei welchem sich Panzerhaubitzen durch die Landschaft pflügen und Menschentrauben ins Visier nehmen. Die Regeln ähnelten denen wie sie beim Kegeln gelten. Der Kommissar träumte von einem Abfahrtslauf auf einer Eispiste mit zigtausenden von Startern. Keine Skiläufer … Rollstuhlfahrer. Die hohe Teilnehmerzahl erwies sich als notwendig, um am Ende noch genug lebende Kandidaten für die Medaillenränge zu haben. Allerdings wurde auch die posthume Medaillenvergabe bei diesen Spielen der Zukunft eingeführt, denn bei der Disziplin Kamikaze-Bob gab es keine Überlebenden. Konnte es keine Überlebenden geben, da die Schlitten über eine Felskante hinweg in einen mehrere hundert Meter tiefen Abgrund stürzten. Kommissar Zaungast träumte vom Skelet(t)on-Wettbewerb, bei welchem abgemagerte, ausmergelte Gestalten mit Heißhunger auf einen Skimarathon geschickt wurden. Der Sieger bekam eine mit Blattgold überzogene, nahrhafte Oblate überreicht, der Zweitplatzierte eine silberne. Der Kommissar träumte vom Harakiri-Skifliegen, ein weiterer Wettbewerb der posthumanen Medaillenübergabe. Die Athleten sprangen nicht vom Schanzentisch, sondern aus 200 Metern Höhe aus Militärtransportern. Damit war die Gier des modernen Menschen nach spektakulären sportlichen Darbietungen noch keinesfalls befriedigt. Höhepunkt und Abschluss der Spiele war eine große Schneeballschlacht mit von Schnee ummantelten Miniaturbomben. Jeder gegen Jeden. Es war ein Gemetzel.
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