Vom Doktorhut zum Nachttopf.
Den Doktorhut haben sie ihm vom Kopf gerissen, dem Mario Voigt, eine akademische Skalpnahme sozusagen. Nun steht er barhäuptig da, weil er sich eines Plagiats schuldig gemacht hat. Seinen Hut mag er wenigstens noch als Nachttopf verwenden. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Kacke. Für Mario Voigt.
„Plagiieren verb. tr. Gedanken oder Stil eines anderen Schriftstellers übernehmen, den man nie im Leben gelesen hat.“ (Ambrose Bierce) Karl Kraus hat das Plagiatsthema ähnlich beleuchtet. Zwei Lanzen für den thüringischen Ministerpräsidenten? Nein, Kommissar Zaungast liegt es fern, Balsam auf die wunde Seele des Mario Voigt zu träufeln. Das ist naheliegend. Das Bierce-Zitat ist eher auf den österreichischen Plagiatsjäger gemünzt, dessen Berufung es scheinbar ist, sich durch anämische, pseudo-intellektuell aufgemotzte Texte zu wühlen, um Übereinstimmungen mit anderem Magerquark festzustellen. Machen wir uns nichts vor, beim Gros der Doktorarbeiten wird ein Boden beackert, der an Erkenntnisgewinn nicht mehr hergibt, als eine armselige Flechte. Bestenfalls eine Frucht, in der schon ein anderer Wurm gemümmelt hat. War es nicht auch Karl Kraus, der geschrieben hat: „Eine Doktorarbeit ist das Umbetten toter Gebeine von einem Grab in das andere.“ Ich bin mir da aber nicht sicher.
Was braucht es überhaupt einen Doktorhut für einen Politiker? Seine Narrenkappe sollte ihm Genüge tun. Einen Nachttopf beziehungsweise ein Klo müssen wir ihm selbstredend zugestehen.
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