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Blatt 096 Sechster April 2026

Das Wort zum Ostermontag delegieren wir an Zaungasts Lieblings-Aphoristiker Nicolas Gomez Davila.

„Die Wahrheit ist in dem unbestimmten Bereich zu Hause, wo entgegengesetzte Prinzipien sich wechselseitig kreuzen und berichtigen.“

„Die Wasser des Abendlandes sind faulig, doch die Quelle ist rein.“

„Beim Christentum eines Christen der Linken eliminiert früher oder später einer der beiden Faktoren den anderen.“

„Nur wenn im Verhalten des Individuums antidemokratische Elemente vorherrschen, münden die Demokratien nicht im Despotismus.“

„Jede Sache, die rentabel wird, fällt in gemeine Hände.“

Blatt 093 Dritter April 2026

Dritter April 2026, Karfreitag. Zum Karfreitag eine Leidensgeschichte, die sowohl zum Karfreitag als auch zum gestrandeten Wal passt. Ein Orakel des Todes.

Sie war nicht unbedeutend müde. Lebensmüde. Ihr Name tut nichts zur Sache. Sie war ein Wal, sie war älter als Methusalem. In ihrem Bauch hatte sie einst den Jonas beherbergt. Und sie hatte das menschliche Leben ausgespien, an Land geworfen. Und sie hatte unzähligen kleinen Walen das Leben geschenkt, die in ihrem Bauch herangewachsen waren, aber keines von ihren Nachkommen lebte mehr. Sie hatte sie alle überlebt. Und nun würde in ihrem Bauch nichts Lebiges mehr heranwachsen können.

Ruhelos trieb das riesige Tier in den weltumspannnenden Wassern der Ozeane, dem Urquell alles Lebendigen. Um in eben jenem ureigensten Elixier des Lebens dem grausamsten aller Tode entgegenzutreiben. Unfähig, das Leben weiterzugeben, hatte auch ihr eigenes, individuelles Leben seinen Sinn eingebüßt. Lieber wäre es ihr da schon gewesen, hätte sich die hakenbewehrte Harpune des Walfängers in ihr Fleisch gebohrt. Aber es gab keine Harpunen mehr; auch keine Jäger, die sie hätten abschießen können. Es gab überhaupt keine Menschen mehr. Schwermütig pfiff die Luft durch das ölverschmierte Atemloch des Riesentiers. Oben, auf dem Festland, hatte die Herrschaft der Maschinen begonnen, hatte das Leben unterdrückt und geknechtet und schließlich ganz ausgelöscht. Hier unten, wo dieses Leben einst seinen Ursprung genommen hatte, hierhin hatte es sich letztendlich zurückgezogen. Sie war das letzte lebende Tier ihrer Art, das letzte Lebige aller Tiere. Und sie war älter als Methusalem. Noch einmal pfiff die Luft resignierend aus dem riesigen Körper. Es war ihr letzter Atemzug. Mit ihm stieg eine Wasserfontäne hoch empor über ein unendlich scheinendes, grauschwarzes, sich sanft wiegendes Sterbelaken. Aber kein Auge war mehr da, diesen letzten Abschiedsgruß des Lebens zu schauen.

Zu düster? Tröstet euch, Ostern steht vor der Tür! Diese kleine Fabel darf auf keinen Fall als Appell missgedeutet werden, bei der nächsten Wahl die Grünen zu wählen! Grüne und Linke sabotieren Naturschutzmaßnahmen! Windräder in Wald und Flur sowie Solaranlagen auf unseren Wiesen stehen für radikale Zerstörung der Natur, für eine Torpedierung des Artenschutzes!

Blatt 085 Sechsundzwanzigster März 2026

Montag fand die nächste Selbstentlarvung des ZDF statt. Findet man in der Realität nicht genug belastendes Material gegen ‚Rechts‘, um daraus einen Brennpunkt zu stricken, wird einfach eine irre Geschichte konstruiert und nahe an eine vermeintliche Realität herangerückt. ‚Eine bessere Welt‘ nennt sich das vor Banalität strotzende Machwerk. Die abstruse Handlung wabert durch einen Nebel des Symbolismus, der aber auch kein Klischee über den ‚bösen Rechten‘ auslässt. Und sicher ungewollt lugt das parodistische Element durch alle Mottenlöcher dieses Leichentuchs der TV-Kultur. Wieder mit dabei: Dunja Hayali, die sich als kinematographischer Paraphraseur eigener Neurosen immer weiter der Lächerlichkeit preisgibt.

Im Buchhandel erhältlich: Zaungasts satirische Chronik 2025! Kommissar Zaungast bei X: Zaungast44

Blatt 070 Elfter März 2026

Auf nachdrücklichen Wunsch zur Abwechslung mal wieder ein Kalenderbeitrag, der auch positive Gedanken beinhaltet. Deshalb bringen wir heute eine Hommage an die Evas mit den rehbraunen Augen.

Teenager, sofern sie dem weiblichen Geschlecht angehören, sind – ich muss es ihnen bewundernd zugestehen – Wesen, die von der Natur mit einer verschwenderischen Fülle von Liebreiz, Anmut, Erotik und anderen Vorzügen ausgestattet wurden, Eigenschaften, die sie jedoch alsbald wieder einbüßen, spätestens dann, wenn sie die Schwelle zum Erwachsensein endgültig überschritten haben. Die Zeit ihrer schönsten, verlockendsten Blüte ist tatsächlich kurz bemessen wie der Hochzeitsflug eines Schmetterlings, und mit leisem Bedauern, dem allerdings auch immer ein wenig Genugtuung beigemischt ist, nimmt man zur Kenntnis, wie sie ihren Müttern und später ihren Großmüttern immer ähnlicher werden. Aber in der Blütezeit ihres Lebens vermögen sie einen Zauber auszuüben, dem kaum ein anderer Zauber gleichkommen kann … solange sie nicht ihr Klavier oder ihre Geige malträtieren. Der Trend bei diesen jungen Mädchen geht allerdings dahin, dass immer mehr ihren Klavierschemel gegen einen Reitsattel eintauschen, sehr zur Freude der Reitlehrer, hingegen sehr zum Bedauern der Klavierlehrer.

Blatt 064 Fünfter März 2026

Zum Begriff ‚völkerrechtswidrig‘

Von der Steinzeit bis heute gilt und galt schon immer das Recht des Stärkeren. Mit dem feinen Unterschied allerdings, dass in den ganz frühen menschlichen Organisationsformen, ebenso wie im Tierreich, der mit den stärksten Muskeln in der Regel auch über das leistungsfähigste Gehirn verfügte. Dass dem heutzutage nicht mehr so ist, wird deutlich, wenn man die Führungsriegen mancher Staaten und Parteien betrachtet, ob es nun Mullahs, Militärs oder Merzen sind.

Völkerrechtswidrig ist das, was die Mullahs machen, gegen das eigene Volk. Völkerrechtswidrig ist das, was Merz und seine lahme Truppe machen, gegen das eigene Volk. Das Völkerrecht der UNO ist nichts als ein Freibrief für Tyrannen, das Volk zu unterjochen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Es verleiht ihnen jene Immunität, auf die sich auch Abgeordnete berufen können.

Man mag den Angriff auf den Iran verurteilen, weil wieder einmal das (Un)Recht des Stärkeren zur Anwendung kommt, aber dafür das Völkerrecht ins Feld zu führen, wie es Linkspartei, BSW und Teile der AFD tun, ist eine Farce, die den tatsächlichen Verhältnissen Hohn spricht.

Meint Kommissar Zaungast

Blatt 061 Zweiter März 2026

Donner und Doria im Nahen Osten. Die Zwietrachtfurie aber begeifert den gesamten Erdball. Das lässt Schlimmes erahnen.

Gürteltiergalle, Schimpansenmilch und Pavianblut! Wer hat die Bulldogge Trump von der Kette gelassen? Der Geist Jeffrey Epstein’s etwa und nicht nur die berechtigte Empörung gegen den iranischen Terror?

In Deutschland lebende Exil-Iraner! Freut euch nicht zu früh. Sollte es im Iran einen Systemwechsel geben, dann werden sich all die fanatisierten Folterknechte, Schlächter und Psychopathen der Mullahs auf den Weg nach Deutschland machen und hier mit Palmwedeln statt Fliegenklatschen begrüßt werden.

Trotzdem verharrt die AFD in Umfragen bei 26 Prozent. Das ist schierer Wahnsinn, das ist politischer Masochismus, das ist Kapitulation vor Terror und Gewalt, das ist das Ende jeglicher Vernunft. Und wenn heute die Ergebnisse der neuesten ‚Sonntagsfrage‘ veröffentlicht werden, wird sich an den Zahlen vermutlich wieder wenig geändert haben. Für diesen verderblichen Fatalismus sieht Kommissar Zaungast folgende Gründe.

Erstens: Die Generationen zwischen 60 und 90 Jahren, die den ehemaligen Volksparteien SPD und CDU noch als Wählerreservoir zur Verfügung stehen. Menschen dieser Altersgruppe haben weder die Kraft noch die Courage, den Stacheldrahtverhau von Konformitätsdruck, den sie selbst um sich errichtet haben, zu durchbrechen bzw. niederzureißen, und wählen ihr und unser aller Verderben. Die Zitzen von Mutter Courage spenden ihnen keine Milch mehr.

Zweitens: Die Grünen- und Linkspartei-Wähler sind verlorene Sektierer, jeglicher Vernunft unzugänglich, sie sind gefangen in ihrer Ideologie wie ein vorsintflutliches Insekt im Bernstein.

Blatt 053 Zweiundzwanzigster Februar 2026

Heute delegiert Kommissar Zaungast das Wort zum Sonntag zum ersten mal in diesem Jahr an einen richtigen Denker: Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) Lichtenberg gräbt tief aber kommt nicht wieder herauf, wer ihn verstehen will, muss selbst tief graben, sagte Karl Kraus sinngemäß. Also holt schon mal den Spaten aus dem Schuppen.

„Was? Die Sache verstehen, wenn man disputieren will? Ich behaupte, daß zu einem Dispute notwendig ist, daß wenigstens einer die Sache nicht versteht, worüber gesprochen wird, und daß in dem sogenannten lebendigen Disput in seiner höchsten Vollkommenheit beide Parteien nichts von der Sache verstehen.“

„Frei? Wie? Vogelfrei vielleicht?“

„Alsdann verfiel er in ein albernes Kleinkünsteln, das Kriterium der Stümper, und bekümmerte sich wie ein Dorffriseur um Härchen und ließ die ganze Perücke in Verwirrung.“

„Man bat jemanden, eine Definition von Gott zu geben: Gott ist, sagt er, eine Kugel, deren Mittelpunkt überall und Oberfläche nirgends ist.“

„Ist es nicht sonderbar, daß man zu den höchsten Ehrenstellen in der Welt ohne Examen gelangt, das man von jedem Stadtphysikus fordert?“

„Ihre körperlichen Reize befanden sich gerade in dem sonderbaren Zeitpunkt, wo sie anfangen, ihre anziehende Kraft mit der abstoßenden zu vertauschen.“

„Was die wahre Freiheit und den wahren Gebrauch derselben am deutlichsten charakterisiert, ist der Mißbrauch derselben.“

Blatt 049 Achtzehner Februar 2026

Neue schadenfrohe Botschaft von der Bahn.

Die Bahnarbeiten an der Strecke Berlin – Hamburg verzögern sich bis auf unbestimmte Zeit. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann nicht gearbeitet werden. Alle reden über das Wetter. Wir nicht. Das war einst ein Werbeslogan der Bahn.

Ein Bild aus eigener Anschauung, gesehen am Bahnhof Geltendorf in Oberbayern. Eine ohne ersichtliche Aufgabe auf Schienen hin und her rollende Baumaschine, ein Zweiwegebagger, neben den Gleisen eine Gruppe von sechs Männern mit Dame. Alle in orangefarbenen oder gelben Schutzwesten. Der Zug nach München Hauptbahnhof hat zwanzig Minuten Verspätung. Das Septett der Eisenbahner steht, auf ihre Werkzeuge gestützt, zwanzig Minuten tatenlos da und palavert. Wie lange sie vorher und wie lange sie nachher da gestanden haben, entzieht sich meiner Kenntnis. München wurde noch am selben Tag erreicht.

Den Aschermittwoch hatten wir schon im letzten Jahr thematisiert.

Blatt 037 Sechster Februar 2026

Größenwahnsinnig in ihrer Selbstwahrnehmung, vermessen in ihren Ansprüchen, genügsam in ihrem Denken, versaut in ihrer Moral. So können wir die Reichen und ‚Mächtigen‘ dieser Welt charakterisieren. Die Epstein-Dokumente führen es uns vor Augen. Die Geachteten entpuppen sich als die Verächtlichen. Raub, Versklavung sowie andere Verbrechen waren seit jeher die Basis von Macht und Reichtum. Und nicht der Straßenpöbel, nein, der Geldpöbel ist für mich der Inbegriff des Pöbels. Damit soll nicht gesagt werden, dass all die Reichen und ‚Mächtigen‘ schlechte Menschen sind. Aber die zu lange im Rampenlicht Stehenden scheinen zwangsläufig einen Hirnschaden davonzutragen.

Auf dem nächsten Kalenderblatt wird es unappetitlich durch einige Sätze aus dem Roman ‚Von der Pandemie zur Pandämonie‘ oder ‚Zaungast und die Herrschaft der Ampelaner‘. Denn eines der Hauptthemen des Romans ist die zunehmende Dekadenz und Verottung der Polit- und Promiszene. Die Epstein-Files sind dort quasi in krassester Form bereits vorweggenommen.

Blatt 035 Vierter Februar 2026

Aus Zaungasts Aphorismen-Schatz

Optimisten handeln mit Optionsscheinen auf die Zukunft, deren Verfallsdatum immer weiter hinausgeschoben wird.

Der Katzenjammer ist der obligatorische Comes eines zu korybantischen Dux.

Der Unterschied zwischen Wichtigkeit und Nichtigkeit macht in der Orthographie nur einen Strich aus. Eine Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse.

In der Lostrommel finden sich weit weniger Nieten als in der Wahlurne.

Was braucht es, um eine Arena zu füllen? Masse. Was braucht die Prominenz, um sich dort oder anderswo wirksam in Szene setzen zu können? Masse. Was braucht es, um sich selbst zu genügen? Elite. Heute gibt es keine Eliten mehr.

Heute sind die Männer, wenn sich ihre Lendenkraft erschöpft hat, in der glücklichen Lage, mit ihren PS-gespickten Blech- oder Chromlenden auf Buhlschaft zu gehen.

Figurbetonte Damenmode erfüllt in der Regel doch nur die Funktion, einem wabbelnden Formlosen den trügerischen Anschein von Form zu verleihen.

Etwas Selbstkritik: Ein Aphorismus ist nichts als ein Gedankenfurz, der die Duftnote seines Verfassers für eine Weile in seiner Umwelt zu bewahren versucht. Weder etwas Bleibendes noch etwas Wahrhaftiges ist daran.

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