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Blatt 156 Fünfter Juni 2026

Über den Polizeiskandal in Großbritannien wollen wir an dieser Stelle keine Worte verlieren. Der Skandal ist von einer Dimension, die jenseits dessen liegt, was sich in Worten ausdrücken lässt. Statt dessen hier einige allgemeine Bemerkungen zu Rassismus und Kolonialismus.

Falls es eine Schuld der weißen Kolonialisten geben sollte, so kann sie nur darin bestehen, dass sie ihre Kolonien wieder zu früh in die Unabhängigkeit entlassen haben. Das ist das eigentliche Problem der ehemaligen Kolonien. Nur so konnten Monster wie Idi Amin, Gaddafi und zahlreiche andere entstehen, die ihr Volk bis aufs Blut drangsalierten. Selbstverständlich war Ausbeutung auch bei den weißen Kolonisatoren ein Thema, doch dem gegenüber stehen der Rückgang der Kindersterblichkeit, eine bessere medizinische Versorgung und andere Wohltaten.

Blatt 153 Zweiter Juni 2026

Masseneinbürgerung! Weil eine Clique Machtbesessener sich an ihre Privilegien klammert, wollen sie sich von einem Volk trennen, dass ihnen diese Privilegien nicht länger zubilligen möchte. Der Bevölkerungsaustausch ist in vollem Gange und wird auch unter Merz weiter forciert. In weniger als 50 Jahren wird Deutschland und vermutlich auch Europa nur noch als Abstraktum auf der Landkarte existieren. Die Vielfalt und Buntheit indigener europäischer Kulturen wird aufgehen in einem alles nivellierenden Mischmasch, zunächst unter der Regenbogenflagge, später dann unter der muselmanischen Mondsichel, die dann mit der Mahd beginnen kann, um jede Form von Vielfalt und Buntheit endgültig auszumerzen.

Wer sind diese Philosophaster und Pamphletisten, die diese Entwicklung vorantreiben; die Recht und Gesetz unter ihre Herrenstiefel treten, in denen zu allem Überfluss auch noch ein Bocksfuß steckt? Die ihre Jeremiaden abwinseln angesichts des Erstarkens konservativer Kräfte, die als nationalsozialistisch diffamiert werden? Wir sehen und hören Frau Bas, die Schlange, die ein ganzes Volk begeifert; wir sehen King Beil, der seinen mit Naivität und Bosheit getränkten Antifa-Pampers immer noch nicht entwachsen ist. Wir sehen seinen willfährigen Sklaven Friedrich Merz, der ihm die Stiefel leckt, seinen Adjutant Linnemann, ein Zahnstocher von Politiker, der aber nur in gesunden Zähnen herumbohrt und die anderen verfaulen lässt. Saskia Esken, schlaff und welk wie ein Salatblatt, dass seit zwei Wochen kein Wasser mehr gesehen hat. Söder, ein Großsprecher kümmerlicher Gedanken. Die Linkspartei, die ihren Lügen und Verdrehungen immer groteskere Gewänder überwirft. Die Grünen, die nur hinter den Ohren noch wirklich grün sind … Deutschland und Europa schlittern in den Untergang!

Werner Fletcher: ‚Zaungasts satirische Chronik 2025‘ (Wolfgang Hager Verlag) ist im Buchhandel erhältlich. Bücher von Werner Fletcher demnächst auch auf den Buchmessen Frankfurt und Wien. Kommissar Zaungast bei X unter Zaungast44.

Blatt 151 Einunddreißigster Mai 2026

Das Wort zum Sonntag überlassen wir heute Friedrich Schlegel

„Absicht bis zur Ironie und mit willkürlichem Schein von Selbstvernichtung ist ebensowohl naiv, als Instinkt bis zur Ironie. Wie das Naive mit den Widersprüchen der Theorie und der Praxis, so spielt das Groteske mit wunderlichen Versetzungen von Form und Materie, liebt den Schein des Zufälligen und Seltsamen und kokettiert gleichsam mit unbedingter Willkür. Humor hat es mit Sein und Nichtsein zu tun, und sein eigentliches Wesen ist Reflexion. Daher seine Verwandtschaft mit der Elegie und allem, was transzendental ist; daher aber auch sein Hochmut und sein Hang zur Mystik des Witzes. Wie Genialität dem Naiven, so ist ernste reine Schönheit dem Humor notwendig. Er schwebt am liebsten über leicht und klar strömenden Rhapsodien der Philosophie oder der Poesie und flieht schwerfällige Massen und abgerißne Bruchstücke.“

Blatt 130 Zehnter Mai 2026

Besinnliche Worte zum Sonntag von Nicolas Gomez Davila

„Das Christentum löst keine Probleme, es zwingt uns nur dazu, sie auf höherer Ebene auszutragen. Diejenigen, die verlangen, dass es sie löse, verstricken es in die jeder Lösung eigene Ironie.“

„Der Fremdling macht dem Einheimischen keine Konzessionen.“

„Der Revolutionär entdeckt den wahren Geist der Revolution erst vor dem Revolutionstribunal, das ihn verurteilt.“

„Die großen Bücher schützen sich dadurch vor dem Leser, den sie nicht auserkoren haben, dass sie diesem nicht als groß erscheinen.“

„Der Schwachsinnige zeichnet sich weniger durch den Schwachsinn seiner Ideen aus als durch den seiner Begründungen.“

Blatt 126 Sechster Mai 2026

In Brandenburg brennt der Wald. Windmühlenflügel fachen die Flammen weiter an und bremsen gleichzeitig die Löschflugzeuge aus, die nicht fliegen können, weil riesige Windräder ihnen den Luftraum streitig machen. Die Idiotie hat sich in Deutschland nun auch den Luftraum erobert. Die Windkraftanlagen entpuppen sich zu allem Überfluss auch noch als Brandbeschleuniger, es sind Verwüstungsturbinen, es sind Sinnbilder menschlicher Dummheit. Eine Don Quichotterie deutschen Schildbürgertums. Nicht Windmühlen, mehr Klapsmühlen braucht das Land.

Blatt 114 Vierundzwanzigster April 2026

NIUS

Vorab sei gesagt: Gut, dass es Portale wie NIUS gibt, die als Ergänzung und vor allem als Korrektiv zum linken Meinungsdiktat wirken. Doch NIUS nutzt sich ab. Die drei Stunden morgens sind einfach zuviel des Guten. Ja, es ist immer noch gut! Doch gestern habe ich mich schon in der ersten Stunde aus der Übertragung verabschiedet. Das ständige Glucksen des Studiogastes, das wohl ein Lachen werden sollte, das flapsige Dauergeschwätz von Reichelt, wenn auch in der Sache korrekt, es war einfach nicht länger zu ertragen. Dazu die ständigen Einspielungen aus Talkshows und von Politiker-Aussagen, die einfach nur Bauchschmerzen verursachen. Man kann das ja ein Mal zeigen, aber nicht fünfmal. Niemand möchte das närrische Geschwafel des Herrn Merz in Dauerschleife hören. Auch die Themen bei NIUS werden immer banaler. Gestern Abend bei Dorfmann wurde auf einem ‚Eierarsch-Zitat‘ von Kubicki herumgeritten. ‚Großes Entertainment‘ nennt Dorfmann das, ‚total kreativ‘ sagt der zweite NIUS-Reporter im Studio. Es ist nur lächerlich. Als weiteres Ärgernis erscheinen mir die mittlerweile überbordenden Anglizismen. ‚Ich fühle mich coming home‘, ‚einen falschen move machen‘, ‚einen gap überbrücken‘, ’snowflakehaft‘, ‚es hat einen impact‘, ‚lawless town‘, ’sich outen‘, ‚ein hoax wird gemacht‘ etc. Sie sollten bei NIUS ein neues Wörterbuch herausgeben. Deutsch – Denglish. Diese dauernden Anglizismen sind ein ebenso großes Übel wie das Gendern! Und die Kommentare der ‚besten community der Welt‘ bestehen zu 95% aus absolutem Schwachsinn. NIUS muss aufpassen, nicht auf Böhmermann- oder ‚Heute-Show‘ Niveau abzurutschen. Das wäre doch zu schade.

Meint Kommissar Zaungast

Blatt 103 Dreizehnter April 2026

Dreizehnter April 1906, Geburtstag von Samuel Beckett. Aufgrund seiner absurden Theaterstücke hat Beckett einen Platz in diesem Kalender verdient. Von Oktober 1936 bis April 1937 weilte Samuel Beckett mal wieder in Deutschland. Dort wohnt er im März ’37 einem Auftritt des Komikers Karl Valentin bei und zeigt sich stark beeindruckt. Ein Treffen zwischen den beiden Großmeistern des Absurden wird arrangiert. Valentin, in bizarrer Aufmachung, führt Beckett in dunkle Räume, die er als sein Museum bezeichnet. Dann entschuldigt er sich und ward nicht mehr gesehen. Beckett harrte vergebens auf seine Wiederkehr. Warten auf Karl Valentin. Warten auf Godot.

Blatt 100 Zehnter April 2026

Da dieser Kalender ein Portal für Satire, erlesenen Schwachsinn sowie grotesken Kriminalfällen sein sollte, darf Letzteres nicht fehlen. Im Herbst dieses Jahres erscheint die Kriminalgroteske ‚Zaungast und der Erlkönig‘. Daraus als Vorgeschmack nun die ersten Zeilen:

Aus kühlem Wiesengrund steigt wabernd der Nebel. Kein Lüftchen streicht über das Gras hinweg. Die Randeichen des nahen Waldes stehen reglos und schweigend. Alles wirkt wie aufgemalt; starr, bewegungslos, stumm. Am Himmel verblassen soeben die letzten Sterne, um dem heraufdämmernden Morgenlicht zu weichen. Schaurig gellt der Todesschrei einer Krähe vom nahe gelegenen Moor herüber.

Der Vogelkundler, der in diesem Moor seinen Horchposten bezogen hat, merkt nicht, dass er beobachtet wird. Seine Aufmerksamkeit ist ganz auf die Vogelstimmen gerichtet, die zwitschernd die Ouvertüre des neuen Tages orchestrieren. Als die Krähe ihren Todesschrei ausstößt, schaut er kurz auf. Gespenstisch schälen sich die Umrisse einer Kopfweide aus dem Nebel, ein riesenhafter Struwwelkopf mit einem Ableger rechts, einem seltsamen Auswuchs langer, auseinandergespreizter Weidenruten, gleich einer knöchernen Schwurhand. Ein in Weidenholz verwachsenes Memento. ‚Memento mori! Gedenke des Todes!‘ will es heißen. So spukt es dem Ornithologen durch den Kopf. Ja, der Tod ist präsent an jenem nebligen Morgen im und rund um das Moor. Im Gaukelflug streicht lautlos eine große Eule auf ihren Schlafbaum zu, in ihren Fängen die Krähe, die eben ihr Leben ausgehaucht hatte, irgendwo im unheimlichen, tückischen Moor, da, wo der Legende nach ein furchterregendes Gespenst umgeht. Professor Mellenkamp fürchtet weder Gespenster noch das Moor. Das Moor ist quasi sein Zuhause. Er kennt hier jeden Tümpel, jeden Pfad, auch jede Gefahr, die abseits der sicheren Pfade lauert. Unzählige Stunden hat er hier schon verbracht, allein oder mit Kollegen. Zumeist allein, um seine gefiederten Freunde zu beobachten, zu belauschen und ihre Stimmen aufzuzeichnen.

Noch immer hat er nicht registriert, dass man ihn beobachtet. Heimlich, aus dem Nebel heraus. Eine Unke hockt in ihrem Tümpel und unkt ihn an. ‚Bran‘ glaubt Professor Mellenkamp zu verstehen. Dann plötzlich hört er das Knacken. War es ein Fuß, der auf einen morschen Ast getreten ist … oder … das Spannen einer Waffe, das leise Knacken des Abzugshahns? Zum ersten Mal in seinem Leben spürt Professor Mellenkamp eine Atmosphäre irrationaler Furcht in diesem Moor. Fröstelnd zieht sich Mellenkamps Haut zusammen. Schattengleich schält sich etwas aus dem Nebel heraus. Die Umrisse eine Gestalt …

Blatt 096 Sechster April 2026

Das Wort zum Ostermontag delegieren wir an Zaungasts Lieblings-Aphoristiker Nicolas Gomez Davila.

„Die Wahrheit ist in dem unbestimmten Bereich zu Hause, wo entgegengesetzte Prinzipien sich wechselseitig kreuzen und berichtigen.“

„Die Wasser des Abendlandes sind faulig, doch die Quelle ist rein.“

„Beim Christentum eines Christen der Linken eliminiert früher oder später einer der beiden Faktoren den anderen.“

„Nur wenn im Verhalten des Individuums antidemokratische Elemente vorherrschen, münden die Demokratien nicht im Despotismus.“

„Jede Sache, die rentabel wird, fällt in gemeine Hände.“

Blatt 093 Dritter April 2026

Dritter April 2026, Karfreitag. Zum Karfreitag eine Leidensgeschichte, die sowohl zum Karfreitag als auch zum gestrandeten Wal passt. Ein Orakel des Todes.

Sie war nicht unbedeutend müde. Lebensmüde. Ihr Name tut nichts zur Sache. Sie war ein Wal, sie war älter als Methusalem. In ihrem Bauch hatte sie einst den Jonas beherbergt. Und sie hatte das menschliche Leben ausgespien, an Land geworfen. Und sie hatte unzähligen kleinen Walen das Leben geschenkt, die in ihrem Bauch herangewachsen waren, aber keines von ihren Nachkommen lebte mehr. Sie hatte sie alle überlebt. Und nun würde in ihrem Bauch nichts Lebiges mehr heranwachsen können.

Ruhelos trieb das riesige Tier in den weltumspannnenden Wassern der Ozeane, dem Urquell alles Lebendigen. Um in eben jenem ureigensten Elixier des Lebens dem grausamsten aller Tode entgegenzutreiben. Unfähig, das Leben weiterzugeben, hatte auch ihr eigenes, individuelles Leben seinen Sinn eingebüßt. Lieber wäre es ihr da schon gewesen, hätte sich die hakenbewehrte Harpune des Walfängers in ihr Fleisch gebohrt. Aber es gab keine Harpunen mehr; auch keine Jäger, die sie hätten abschießen können. Es gab überhaupt keine Menschen mehr. Schwermütig pfiff die Luft durch das ölverschmierte Atemloch des Riesentiers. Oben, auf dem Festland, hatte die Herrschaft der Maschinen begonnen, hatte das Leben unterdrückt und geknechtet und schließlich ganz ausgelöscht. Hier unten, wo dieses Leben einst seinen Ursprung genommen hatte, hierhin hatte es sich letztendlich zurückgezogen. Sie war das letzte lebende Tier ihrer Art, das letzte Lebige aller Tiere. Und sie war älter als Methusalem. Noch einmal pfiff die Luft resignierend aus dem riesigen Körper. Es war ihr letzter Atemzug. Mit ihm stieg eine Wasserfontäne hoch empor über ein unendlich scheinendes, grauschwarzes, sich sanft wiegendes Sterbelaken. Aber kein Auge war mehr da, diesen letzten Abschiedsgruß des Lebens zu schauen.

Zu düster? Tröstet euch, Ostern steht vor der Tür! Diese kleine Fabel darf auf keinen Fall als Appell missgedeutet werden, bei der nächsten Wahl die Grünen zu wählen! Grüne und Linke sabotieren Naturschutzmaßnahmen! Windräder in Wald und Flur sowie Solaranlagen auf unseren Wiesen stehen für radikale Zerstörung der Natur, für eine Torpedierung des Artenschutzes!

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