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55. Kalenderblatt 24. 02. 2025

Am 24. Februar 1799 verstarb Georg Christoph Lichtenberg, Naturwissenschaftler und Schriftsteller, der vor allem durch seine ‚Sudelbücher‘ bekannt wurde, in welchen er seine Aphorismen gesammelt hat, von denen viele gut in diesen Kalender passen. Einige dieser Sinnsprüche scheinen bis in unsere heutige Zeit zu weisen. Im Folgenden einige Beispiele:

Zu den deutschen Politikern: „Kein Wort im Evangelio ist mehr in unseren Tagen befolgt worden als das: Werdet wie die Kindlein.“ Oder: „Alles wohlklingend und alles erlogen.“

Zum grünen Sektenwesen: „Der religiöse und System-Despotismus ist der fürchterlichste unter allen.“

Zum ÖRR: „Nicht die Lügen, sondern die sehr feinen falschen Bemerkungen sind es, die die Läuterung der Wahrheit aufhalten.“

Zur künftigen Bundesregierung: „Neue Blicke durch die alten Löcher.“

Zur inflationären Vergabe von Doktor-Titeln: „Könnten nicht die Titul Magister, Doktor pp zu Taufnamen erhoben werden?“

Zu Deutschland: „Sagt, ist noch ein Land außer Deutschland, wo man die Nase eher rümpfen lernt als putzen?“

54. Kalenderblatt 23. 02. 2025

Wahltag. Der Tag, an dem die Mär von der menschlichen Schwarmintelligenz regelmäßig in einer Urne zu Grabe getragen wird. Der Tag, an dem sich die Unterlegenen in schnöder Regelmäßigkeit zum Sieger erklären, oder ihr inhaltliches Scheitern in ein Kommunikationsproblem umdeuten. Der Tag, an dem es auch Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher vergönnt ist, einen Beitrag zu leisten, um sein Land in den Ruin zu reiten.

53. Kalenderblatt 22. 02. 2025

Das Tagebuch des Islamkritikers Kürpick ist geschlossen. Heute gibt es keinen weiteren Eintrag. Es wird nie wieder einen Eintrag geben. Herr Kürpick ist tot, liegt abgemessert in seinem Bett, die weißen Laken über und über mit Blut besudelt. Es war ihm wohl gelungen, noch einen Notruf abzusetzen, auch deshalb waren Kommissar Zaungast und Herr Schwanz so schnell am Tatort. Sie hatten den Schnüffler mitgebracht, einen menschlichen Spürhund, einen kleinen Mann mit einer ganz feinen Nase, ein kriminalistisches Trüffelschwein sozusagen. Nachdem die Beamten von der Spurensicherung den gröberen Teil der Arbeit verrichtet hatten, sollte sich der Schnüffler um die Filigranarbeit und um das mehr Metaphysische kümmern.

Der Schnüffler versetzte die Flügel seiner großlöchrigen Nase in feine Schwingungen und bewegte sich zielstrebig auf den Kleiderschrank zu. Mit sicherem Gespür steckte er seinen Kopf, dann seinen rechten Arm in das Möbelstück. Als er beides wieder herauszog, saß ein kleines Tier auf seinem rechten Daumen. „Ein Klopfkäfer“, sagte der auch als Hobby-Entomologe bekannte Herr Schwanz. „Man nennt ihn auch ‚Die Totenuhr‘. Einem alten Aberglauben nach stirbt in dem Haus, in dem seine Klopfgeräusche gehört werden, ein Mensch.“

„Was in diesem Fall auch zutrifft“, konstatierte Zaungast. Der Schnüffler steuerte die mit Klebeband abgedichtete Tür zum Badezimmer an. Die drei Kriminalen traten ins Bad, der Schnüffler wandte sich sofort der Toilette zu und entdeckte unter dem Klodeckel eine ungewöhnlich große Winkelspinne. Man kam überein, der Spinne sowie dem Klopfkäfer noch eine Spanne an Lebenszeit zu gewähren und kehrte zurück ins Schlafzimmer. Der Schnüffler gab Anweisung, das Fenster zu öffnen. Schwanz kam dem Wunsch nach und der Schnüffler lehnte sich hinaus. Etwa zwei Meter unterhalb des Fensters verlief eine Dachrinne, worin eine tote Ratte lag. Zwei Aaskäfer, rotgebänderte Totengräber, taten sich an ihr gütlich. „Tote Ratte mit Aaskäfern!“ vermeldete der Schnüffler. Dann entdeckte er die Weinflasche. Mit der Befehlsgewalt eines Hypnotiseurs fixierte er nun diese Flasche. „Gin!“ sagte der Schnüffler, dessen vorherrschendes sprachliches Merkmal die Einsilbigkeit war. „Wein!“ konterte Zaungast. „Gin!“ beharrte der Schnüffler auf seiner Meinung und starrte weiter auf die grüne Flasche.

Mit einem plötzlichen ‚Plopp‘ flog der Korken aus der Flasche und knallte an die Decke. Etwas wie eine Wolke oder ein sich schnell verflüchtigender Rauch stieg aus der Flasche auf und entschwebte dem Fenster. „Gin!“ sagte der Schnüffler ein drittes Mal. Kommissar Zaungast hatte verstanden. Dschinn sollte es heißen. Ein Flaschengeist aus 1001 Nacht, die neue Waffe der Islamisten, hatte Rache genommen an dem Herrn Kürpick für dessen Kritik am Islam. Das stand außer Frage. Hatte aber dieser Geist noch mehr Verbrechen auf dem Kerbholz? Warum benötigte er seine sechs- und achtbeinigen Kumpane, um seine Schandtat auszuführen? Und wie gelangte die Flasche überhaupt in die Wohnung des Islamkritikers?

Die Antwort auf diese und weitere Fragen, sowie die ganze Geschichte in aller Ausführlichkeit ist demnächst zu lesen in ‚Zaungast und die Jagd nach dem Dschinn‘.

52. Kalenderblatt 21. 02. 2025

Aus dem Tagebuch des Herrn Kürpick, Islamkritiker

Die seltsamen Vorfälle nehmen kein Ende. Ich steige aus dem Bett und stoße mit meinem Fuß gegen eine Weinflasche. Grünes Glas mit einem Korken. Eine leere Flasche. Ich habe sie nicht ausgetrunken. Ich habe sie nicht einmal dahin gestellt. Aber wer sonst? Es befindet sich niemand außer mir hier im Haus. Es wird immer mysteriöser. Muss ich mir Sorgen machen? Um meinen Geisteszustand? Wo bleibt nur der Kammerjäger. Und die Totenuhr tickt und tickt.

Aus dem Tagebuch von Kommissar Zaungast

Ein Winzer und fahrender Weinhändler wollte mich zu einer Weinprobe überreden. Ich lehnte ab, weil ich grundsätzlich keinen Wein trinke. Warum ich wenig später rein zufällig ins Bücherregal griff, das weiß ich nicht. In meiner Hand lagen Baudelaires ‚Blumen des Bösen‘, jener Gedichtzyklus, woraus auch Verse auf dem Februar-Blatt meines Wandkalenders stehen. Ich schlug das Buch auf und stieß auf das Gedicht ‚Der Wein des Mörders‘. Zufall?

51. Kalenderblatt 20. 02. 2025

Aus dem Tagebuch des Islamkritikers Kürpick (Fortsetzung)

20. Februar. Heute Morgen krabbelte ein Aaskäfer aus einer Ritze meines Bettes. Hat dieses Vieh unter meiner Matratze überwintert? Wo bleibt der Kammerjäger? Es ist alles höchst beunruhigend. Gestern die Spinne, heute der Aaskäfer, den ich als einen Rotgebänderten Totengräber identifizieren konnte. Und die Totenuhr tickt weiter.

Aus dem Wandkalender Kommissar Zaungasts (Februar)

An jenen Tag, mein Herz, erinnre dich, Es war ein schöner milder Sommertag: Ein Aas am Wegesrande widerlich Auf einem Bett von Kieseln lag.

Die Beine spreizend wie ein geiles Weib, Gift schwitzend und vergoren, Erschloss es seinen aufgedunsenen Leib, Nachlässig, unverfroren.

Und Fliegen summten über faulen Därmen, Daraus wie zähe Flüssigkeiten Die Larven krochen, sich in schwarzen Schwärmen Über die Fetzen auszubreiten.

Doch wirst auch du wie dieser Unrat sein, wie diese Pest, so grauenhaft, Stern meiner Augen, Licht in meinem Sein, Mein Engel du und meine Leidenschaft. (Aus dem Gedicht ‚Ein Aas‘ von Charles Baudelaire in der Übersetzung von Monika Fahrenbach-Wachendorf)

Aus dem Tagebuch von Kommissar Zaungast. 20. Januar

Aas ist Leben, nicht nur bakterielles Leben. Aus den ‚Würmern‘, die in dem Klumpen der Verwesung, der Fäulnis und des Gestanks schmausen, erheben sich beflügelt später hübsche Käfer oder Fliegen. Als Leiche gibst du das Leben weiter. Viele Menschen scheuen diesen Gedanken wohl und möchten lieber in die Urne. Aber niemals erhebt sich aus dieser Urne ein Phoenix aus der Asche, ebensowenig wie sich aus der Wahlurne durch Wählerauftrag ein feingeistiger Menschenführer und Staatslenker erhebt.

50. Kalenderblatt 19. 02. 2025

Aus dem Tagebuch des Herrn Kürpick, Islamkritiker mit einer stark ausgeprägten Spinnenphobie. (Fortsetzung)

Bin auf dem Klo sitzend in den Sch…. gebissen worden. Kann nur eine Spinne gewesen sein. Was für eine? Ich wollte es nicht wissen. Bin eiligst auf das Gästeklo geflüchtet. Das Badezimmer habe ich abgedichtet so gut es eben ging. Werde es nicht eher wieder betreten, bis der Kammerjäger da war. Und stetig tickt die Totenuhr!

Aus dem Tagebuch von Kommissar Zaungast. (Fortsetzung)

Ich entdeckte heute kurz nach Sonnenaufgang in meinem Garten ein wundervoll gewobenes Spinnennetz. Ungewöhnlich für die Jahreszeit. Noch ungewöhnlicher: Die Spinne muss es über Nacht gesponnen haben. Doch trotz intensiver Suche konnte ich das Tierchen nirgends finden. Das gibt mir schwer zu denken. Ist dieses filigrane Netz nicht ein Konstrukt des Verfassungsschutzes, ein Antennengewebe für den Lauschangriff, ein neues perfides Instrument für den Überwachungsstaat?

49. Kalenderblatt 18. 02. 2025

Aus dem Tagebuch des Herrn Kürpick, Islamkritiker mit einer stark ausgeprägten Spinnenphobie.

18. Februar. Die Totenuhr tickt. Was soll’s? Ich bin weder abergläubisch noch übermäßig furchtsam. Außer … ja, Spinnen. Und da war wieder der grässliche Alptraum von dieser Spinne gestern Nacht.

Aus dem Tagebuch von Kommissar Zaungast.

18. Februar. Die Zeitbomben ticken. Die Uhren dafür werden aufgezogen in sogenannten Gotteshäusern, wo nicht Liebe sondern Hass gepredigt wird. Ich möchte nicht wissen, in wie vielen Köpfen Anschlagspläne gewälzt werden, die noch nicht zur Ausführung kamen.

Auch in den nächsten drei Tagen werden Auszüge aus diesen Tagebüchern in unseren Kalender übernommen werden. Auszüge, die eine spannende Geschichte ergeben.

48. Kalenderblatt 17. 02. 2025

Zugestandenermaßen nutzt es niemandem, angesichts eines Attentates verbal gegen die Politiker zu Felde zu ziehen, und es wird vermutlich auch nichts ändern, aber manchmal tut es einfach gut, seiner Wut und seinem Ärger ein Ventil zu öffnen.

Eine Staunen erregende Ereignisdichte lässt den politischen Beobachter derzeit kaum zu Besinnung kommen. Ein Akt des absurden Theaters folgt dem nächsten. Und der Narr führt Regie auf der politischen Bühne, vor allem auf der nationalen Bühne der Politik. Hass, Lüge, Intrige und unverhohlene Boshaftigkeit leisten ihm den Treueschwur. Das gilt vor allem für das linke Spektrum. Der offensichtliche Mangel an Argumenten offenbart sich, im Grunde für jedermann sichtbar, im Schwingen der Nazi- und Rassismus-Keulen. Die Botschaft der linken Randalierer und Gewalttäter lautet Hass und nichts anderes als Hass. Unsere Volksvertreter und die ihnen hörige Presse flüchten sich in die Kloaken der Vulgarismen, entwürdigen sich in erbärmlichster Weise, doch ihre Gefolgschaft ergießt sich noch in Beifallsbekundungen, die peinlicher nicht sein können.

Die heuchlerischen Lippenbekenntnisse der Politiker, beispielsweise nach dem Münchner Terroranschlag, sind reine Ausstattungskomponenten der Hilflosigkeit, Ratlosigkeit, des Unvermögens und letzten Endes der Dummheit.

Das gilt auch für den Sauerlandkasper, dieser Witzfigur, diesem Hampelmann, der mit der hässlichen Fratze des Hasses und gewiss auch ein wenig Futterneid auf die Co-Konservativen blickt, und nicht die Strippenzieher links von ihm sieht, die nach Belieben an den Fäden seines Marionettendaseins zupfen und ihn ganz nach ihrem Willen hampeln und strampeln lassen.

Wer noch einen Funken an konservativem Geist in sich spürt, wer noch ein wenig Anstand besitzt, der kann diesem vom Sauerlandkasper geführten, bis ins innerste Mark von links – grünem Gedankenmüll durchseuchten Verein eigentlich nicht seine Stimme geben.

Und was die künftige Regierungsbildung angeht: Es wird da etwas zusammengeschustert werden, das sich bestenfalls in die Form eines zerbeulten Rohrkrepierers einpassen lässt.

47. Kalenderblatt 16. 02. 2025

Ein zweijähriges Mädchen und seine Mutter, die den Anschlag von München zunächst überlebt hatten, sind ihren schweren Verletzungen erlegen. Und diejenigen, die so etwas möglich gemacht haben und immer noch ermöglichen, kleben weiterhin auf ihren Sesseln oder hocken hinter Brandmauern und haben nichts anderes zu tun, als sich gegenseitig anzugeifern, um sich auf diese widerwärtige Weise den Bürgern zur Wahl zu empfehlen. Wie schäbig, wie erbärmlich! Ihre Lippenbekenntnisse waren Thema im 45. Kalenderblatt. Morgen kommen wir noch einmal darauf zurück, jedoch in etwas schärferer Form, mag auch die Geheime Staatspolizei am übernächsten Morgen vor der Tür des Chronisten stehen.

Das heutige Kalenderblatt führt uns in den Februar des Jahres 2001, zu Zaungasts blutiger Vision einer Ampel (Zaungast jagt Kaiser auf der Wurst).

Zaungast starrte in das rote Auge der Ampel wie in einen Schaukasten und sah eine rote Flutwelle über das Land schwappen. Es war Blut; dampfendes, sprudelndes Blut, das blubbernd unterirdischen Quellen entsprang und weite Landstriche in ein wogendes, rotes Meer verwandelte. Und als dann das Blut dicker wurde und zu gerinnen begann, da verkrustete es sich zu Rosenblüten, zu einem dunkelroten, endlosen Rosenteppich aus geronnenem Blut. Und dann marschierten Tausende und Abertausende von Erlenhölzern los, die kriegerischsten unter den Bäumen; sie zerstampften den Teppich, wühlten mit ihren starken Wurzeln den Untergrund auf, und ihre Zweige peitschten das wieder in Wallung geratene Blut einen ganzen Tag lang, und als die Nacht hereinbrach, prügelten die Zweige die schwappende Blutsuppe heftiger und heftiger, daß die schwarzroten Klumpen bis an den Himmel klatschten und die Sterne auslöschten und tiefste Finsternis das Land beherrschte.

46. Kalenderblatt 15. 02. 2025

Erneuter Notruf aus dem Pflegeheim Methusalem 3! Am 15. Februar war es eine Oma gegen Rechts mit eklatanter Sehschwäche, Demenz sowie anderen Defiziten, die den grauen Rauschebart ihres Gegenübers am Tisch für Zuckerwatte hielt, sich darin festbiss und an dem grauen Gestrüpp erstickte. Die Mainstream-Presse kommentierte: ‚Graubärtiger Neonazi erdrosselt Oma gegen Rechts!‘

‚Was geht da eigentlich vor?‘ fragte sich Kommissar Zaungast. ‚Stehen die beiden Fälle etwa in einem ursächlichen Zusammenhang? Werden wir in nächster Zeit noch einmal alarmiert werden?‘ Geduld, Herr Kommissar, die Zukunft bringt es an den Tag und damit auch in diesen Kalender.

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