Zaungast kommt heute mal sportlich rüber. In Paris laufen zur Zeit die ‚French Open‘ des Tennissports, die Fußball-WM steht unmittelbar bevor. Beleuchten wir zunächst das Tennis. Würde ein Blinder die Tennisübertragungen im TV verfolgen, so müsste er glauben, Ohrenzeuge eines Almabtriebs zu sein, wo die Rinder durch Blöklaute ihren Frust über die Stallsaison ausstoßen. Oder er wird glauben, der Hirschbrunft beizuwohnen. Der Platzhirsch reklamiert durch Stöhnen, Röhren, Blöken und Grunzen seine Dominanz auf dem Platz. Gibt aber mal ein Zuschauer einen Laut von sich, beschweren die Spieler sich über die Störung beim Schiedsrichter. Dazu kommt die lächerliche Geste des Fäusteballens bei Betreuern und Spielern. Tennis wird zunehmend zum absurden Theater.

Und nun zum Fußball. Betritt ein Fußballer den Rasen, so folgt als Erstes der Initiationsritus des Rotzablassens. In bester Hundemanier wird das Revier markiert. Die Spieler sollten doch besser den Ursprungsritus zelebrieren, die Hose runterlassen und den Rasen mit ihrem Seich düngen, das tut eventuell dem Rasen gut und bringt ein Stück Ehrlichkeit in den Sport zurück.