Schlagwort: Olympia

Blatt 046 Fünfzehnter Februar 2026

Halbzeit bei Olympia. Im Schlaf offenbarte sich Kommissar Zaungast eine Vision von den Winterspielen der Zukunft. Spiele, die dem gestiegenen Bedürfnis der Menschen nach Sensationen und Perversionen Rechnung tragen. Der Kommissar träumte von einem Biathlon-Wettbewerb, bei welchem sich Panzerhaubitzen durch die Landschaft pflügen und Menschentrauben ins Visier nehmen. Die Regeln ähnelten denen wie sie beim Kegeln gelten. Der Kommissar träumte von einem Abfahrtslauf auf einer Eispiste mit zigtausenden von Startern. Keine Skiläufer … Rollstuhlfahrer. Die hohe Teilnehmerzahl erwies sich als notwendig, um am Ende noch genug lebende Kandidaten für die Medaillenränge zu haben. Allerdings wurde auch die posthume Medaillenvergabe bei diesen Spielen der Zukunft eingeführt, denn bei der Disziplin Kamikaze-Bob gab es keine Überlebenden. Konnte es keine Überlebenden geben, da die Schlitten über eine Felskante hinweg in einen mehrere hundert Meter tiefen Abgrund stürzten. Kommissar Zaungast träumte vom Skelet(t)on-Wettbewerb, bei welchem abgemagerte, ausmergelte Gestalten mit Heißhunger auf einen Skimarathon geschickt wurden. Der Sieger bekam eine mit Blattgold überzogene, nahrhafte Oblate überreicht, der Zweitplatzierte eine silberne. Der Kommissar träumte vom Harakiri-Skifliegen, ein weiterer Wettbewerb der posthumanen Medaillenübergabe. Die Athleten sprangen nicht vom Schanzentisch, sondern aus 200 Metern Höhe aus Militärtransportern. Damit war die Gier des modernen Menschen nach spektakulären sportlichen Darbietungen noch keinesfalls befriedigt. Höhepunkt und Abschluss der Spiele war eine große Schneeballschlacht mit von Schnee ummantelten Miniaturbomben. Jeder gegen Jeden. Es war ein Gemetzel.

Blatt 039 Achter Februar 2026

Olympische Gedanken. Auch weitere Reflexionen zum Olymp der ‚Mächtigen‘ und Reichen.

Die Fackelträger des olympischen Feuers versuchen gerade, den Fackelträgern des Höllenfeuers einen Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit zu entziehen. Die Olympiade pädophiler Sadisten und auf Abwegen vögelnder prominenter Sexakrobaten tritt etwas in den Schatten, sollte aber nicht lange dort verweilen. Auch unter den Aposteln des Marquis de Sade findet sich gewiss ein Judas, der schmutzige Details und auch die dazu gehörigen Namen preisgeben wird. Nun, da die zur Schau getragene Wichtigkeit der High-Low-Society auch in den Augen einer größeren Öffentlichkeit zu abgrundtiefer Bösartigkeit geronnen ist, scheint es möglich, dass auch die verschrobenste Verschwörungstheorie aus der Realität heraus wurzeln könnte.

Die Sporen aus dem Schädel des Marquis de Sade streuen sich weiterhin in die Hirne der Menschen. Schon Robert Bloch, Autor phantastischer Geschichten, stellte Spekulationen an über den Verbleib des Schädels des Marquis de Sade, und zwar in seiner großartigen Erzählung ‚Der Schädel des Marquis de Sade‘, die später auch verfilmt und somit trivialisiert wurde. Seit einer Umbettung der Gebeine de Sades ist dieser Schädel tatsächlich spurlos verschwunden, Robert Bloch hat sich das nicht ausgedacht. Die Lösung des Rätsels findet sich im Roman ‚Von der Pandemie zur Pandämonie‘ oder ‚Zaungast und die Herrschaft der Ampelaner‘, worin auch der Marquis de Sade eine tragende Rolle spielt.

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