Schlagwort: Karl Kraus

Blatt 123 Dritter Mai 2025

Das Wort zum Sonntag

Das Wort zum Sonntag erteilt Kommissar Zaungast heute mal wieder dem großartigen Zyniker Karl Kraus!

„Worin besteht denn der Fortschritt? Ist die Lust zum Peitschen abgeschafft? Nein, bloß die Peitsche, eine schöne Freiheit: bloß nicht gepeitscht zu werden.“

„Er war ein gefeierter Geigenspieler. Aber solche Leute sollte man nicht ohne Geige herumlaufen lassen.“

„Nur eine Sprache, die den Krebs hat, neigt zu Neubildungen.“

„Wo weder zum Weinen Kraft ist noch zum Lachen, lächelt der Humor unter Tränen.“

„Sie arbeiten am Schreibtisch und vergnügen sich in der Gesellschaft. Ich vergnüge mich am Schreibtisch und arbeite in der Gesellschaft. Darum meide ich die Gesellschaft.“

„Leute, die über den Wissensdurst getrunken haben, sind eine gesellschaftliche Plage.“

„Erhebt er Anspruch, von der Satire beleidigt zu sein, beleidigt er die Satire.“

271. Kalenderblatt 28. 09. 2025

Letzte Woche hatten wir G. Chr. Lichtenberg das Wort zum Sonntag erteilt. Heute soll es an den österreichischen Satiriker Karl Kraus gehen.

„Lichtenberg gräbt tiefer als irgendeiner, aber er kommt nicht wieder hinauf. Er redet unter der Erde. Nur wer selbst tief gräbt, hört ihn.“

„Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.“

„Witzigkeit ist manchmal Witzarmut, die ohne Hemmung sprudelt.“ Anmerkung von Kommissar Zaungast: Böhmermann und Konsorten und all die ‚Comedians‘ sind lebendige Beweise für diese These.

„Warum schreibt mancher? Weil er nicht genug Charakter hat, nicht zu schreiben.“

„Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können – das macht den Journalisten. Die Journalisten sagen: Ohne uns gäb’s keine Kultur! Die Maden sagen: Ohne uns gäb’s keinen Leichnam.“

„Wenn dir etwas gestohlen wurde, geh nicht zur Polizei, die das nicht interessiert, und nicht zum Psychologen, den daran nur das eine interessiert, daß eigentlich du etwas gestohlen hast.“

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