Aus Zaungasts Aphorismen-Schatz

Optimisten handeln mit Optionsscheinen auf die Zukunft, deren Verfallsdatum immer weiter hinausgeschoben wird.

Der Katzenjammer ist der obligatorische Comes eines zu korybantischen Dux.

Der Unterschied zwischen Wichtigkeit und Nichtigkeit macht in der Orthographie nur einen Strich aus. Eine Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse.

In der Lostrommel finden sich weit weniger Nieten als in der Wahlurne.

Was braucht es, um eine Arena zu füllen? Masse. Was braucht die Prominenz, um sich dort oder anderswo wirksam in Szene setzen zu können? Masse. Was braucht es, um sich selbst zu genügen? Elite. Heute gibt es keine Eliten mehr.

Heute sind die Männer, wenn sich ihre Lendenkraft erschöpft hat, in der glücklichen Lage, mit ihren PS-gespickten Blech- oder Chromlenden auf Buhlschaft zu gehen.

Figurbetonte Damenmode erfüllt in der Regel doch nur die Funktion, einem wabbelnden Formlosen den trügerischen Anschein von Form zu verleihen.

Etwas Selbstkritik: Ein Aphorismus ist nichts als ein Gedankenfurz, der die Duftnote seines Verfassers für eine Weile in seiner Umwelt zu bewahren versucht. Weder etwas Bleibendes noch etwas Wahrhaftiges ist daran.