Blatt 280 Siebter Oktober 2026

Bemerkungen von Karl Kraus zur Literatur anlässlich des Beginns der Frankfurter Buchmesse:

„Man kann über eine Null ein Buch schreiben, der man mit einer Zeile zu viel Ehre erwiese.“

„Es müsste ein geistiger Liftverkehr etabliert werden, um einem die unerhörten Strapazen zu ersparen, die mit der Herablassung zum Niveau des heutigen Schrifttums verbunden sind.“

„Das geschriebene Wort sei die naturnotwendige Verkörperung eines Gedankens und nicht die gesellschaftsfähige Hülle einer Meinung.“

„Ein schöpferischer Kopf sagt auch das aus eigenem, was ein anderer vor ihm gesagt hat. Dafür kann ein anderer Gedanken nachahmen, die einem schöpferischen Kopf erst später einfallen werden.“

„Es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Solche, die es sind, und solche, die es nicht sind. Bei den ersten gehören Inhalt und Form zusammen wie Seele und Leib, bei den zweiten passen Inhalt und Form zusammen wie Leib und Kleid.“

„Warum schreibt mancher? Weil er nicht genug Charakter hat, nicht zu schreiben.“

Blatt 279 Sechster Oktober 2026

Quizfrage gestern bei Günter Jauch, sinngemäß wiedergegeben: Ein Sperrgebiet auf einer indischen Insel schützt a) ein isoliertes Volk, oder b) den Stein der Weisen? Die Kandidatin, IQ 135-140, Super-Abitur, Preisträgerin beim Interpretieren philosophischer Texte, tendiert zur Antwort b) Stein der Weisen. Da sie sich nicht sicher ist, ruft sie über den Telephon-Joker eine ihr bekannte Fernsehjournalistin an. Die Empfehlung der Fernsehjournalistin lautet b) Stein der Weisen. Das ist Realsatire vom Feinsten. Ich sage nur Pisa…Pisa…Pisa.

Sowohl eine Intelligenzbestie als auch eine Fernsehjournalistin sollten wissen, dass man aus Scheiße oder Blei kein Gold herstellen kann, wie die Alchimisten am Hof Kaiser Rudolfs zu Prag geglaubt hatten.

Blatt 278 Fünfter Oktober 2026

Sportliches. Sah am Wochenende im Fernsehen die erste Halbzeit des Spiels Eintracht Frankfurt gegen Bayern München in der Frauen-Fußball-Bundesliga. Trotz intensiver Beobachtung konnte man nicht eine Spielerin des Rotzens überführen. Appell an die männlichen Fußballer: Lasst die Masken fallen, lasst die Hose runter, holt euren Pimmel raus und markiert euer Revier, wie es die Köter euch gelehrt haben.

Noch mal zu den Damen: Wann endlich wird die Disziplin des Po-Wackelns, genannt Twerking, in das olympische Programm eingegliedert? Es soll sich dabei ja um eine hohe Kunst des Balztanzes handeln, der Urmutter aller Tänze.

Blatt 277 Vierter Oktober 2026

Das Wort zum Sonntag übertragen wir heute einem großen Franzosen: Denis Diderot.

„Die Armut hat ihre Freiheiten, der Reichtum seinen Zwang.“

„Mein Luxus ist noch jung, und das Gift hat noch nicht gewirkt, aber wer weiß, was mit der Zeit noch geschieht?“

„Besser ist es, große Sachen zu schreiben, als kleine zu tun.“

„Gewöhnlich entsteht die Größe des Charakters aus einem natürlichen Gleichgewicht mehrerer entgegengesetzter Eigenschaften.“

„Man spuckt auf einen kleinen Schelm, aber man kann einem großen Verbrecher eine Art Achtung nicht verweigern.“

„Die Dankbarkeit ist eine Last, und jede Last mag man gern abwerfen.“

Blatt 276 Dritter Oktober 2026

Heute, am dritten Oktober zelebrieren wir das Fest der deutschen Einheit, von welcher immer weniger zu spüren ist. Frank Walter, der Spalter wird die Laudatio halten und seinem Land die Einnahme weiterer Spalttabletten empfehlen. Eine Krabbenrepublik, alles bewegt sich rückwärts, im Krebsgang. Ein Schlaraffenland für Bürokraten und Schmarotzer, mit einem platten Lobhudler als Präsidenten, wenn vom herrschenden Parteienkartell die Rede ist, und einem belfernden Ankläger, wenn es um die Opposition geht. Der Kanzler und sein Pfeifenorchester modulieren sich in immer schrägere Dissonanzen hinein. Und sollte der Kanzler tatsächlich noch zurücktreten, muss sich sein Vize wohl ein kleines Hündchen anschaffen. Die Peitsche der Willkür pfeift durch deutsche Lande, die Demokratie pfeift aus dem letzten Loch. Das ist der Zustand Deutschlands im Herbst 2026!

Blatt 274 Erster Oktober 2026

Heute ist der Tag des Kaffees. Es soll die Vielfalt des Kaffees gefeiert werden. Aus diesem Anlass wollen wir ein wenig im Kaffeesatz lesen und uns einen Schluck aus den trüben Tassen genehmigen, die sich Politiker nennen. Kalten Kaffee, elenden Muckefuck kredenzen sie uns. Zucker sind die leeren Versprechungen, die sich wie Zucker in nichts auflösen, sie selbst betrachten sich als Erste Sahne, kümmern sich aber nicht die Bohne um die Belange ihrer Bürger und sind selbst nicht die Bohne wert. Der zukünftige Standardkaffee hierzulande wird demnächst sicher der Mokka aus Mekka sein.

Die Jungs aus dem Entwicklungshilfeministerium denken beim Thema Kaffee vermutlich eher an die schönen Kaffeebraunen. Wie sagte doch ihr prominenter Vertreter, der Rassist, Sexist und Radikalist Hugo von Hugenotto: „Wir nehmen uns die Kaffeebraunen, wir vögeln doch keine Kohlensäcke.“

Blatt 273 Dreißigster September 2026

Kommissar Zaungasts krude Weisheiten

Was braucht es mehr, als einen Krug Bier und einen Nachttopf?

Bischöfe und Kardinäle. Geweihte Herrschaften sind es nur insofern, als sie ein unsichtbares Geweih auf ihrem Schädel tragen.

Man reist entweder geschäftlich oder zum Vergnügen. Mit der Deutschen Bahn reist man eher zum Missvergnügen.

Eintagsfliegen und Seifenblasen, die selbsternannten Botschafter der Weltklugheit.

Der ständige Refrain des Eigenlobs findet nur selten ein Echo.

Blatt 272 Neunundzwanzigster September 2026

Eine neue Truggeburt ‚Unserer Demokratie‘ erblickt das Licht der Welt: Der digitale Medien-Staatsvertrag. Ein satanisches, wie aus Gift geronnenes Konstrukt. Eine Sonnenfinsternis ganz eigener Art zieht über Deutschland herauf. Warum gelingt es nur so Wenigen, die Flammenschrift der linken Diktatur zu dechiffrieren, die als Menetekel drohend am Horizont steht?

In den nächsten zwei Wochen kann es zu Verzögerungen und Unregelmäßigkeiten bei den Kalenderbeiträgen kommen. Sollte an einigen Tagen nichts erscheinen, werden die Blätter nachgeliefert.

Blatt 271 Achtundzwanzigster September 2026

Das Koalitionsbett in Berlin scheint gemacht. Sterbelaken überziehen die weichen Ruhekissen des Wohlstands und der Prosperität. Was frühere Generationen von SPD-Politikern auf den Misthaufen der Politik geschmissen hätten, das tun die heutigen in die Koalitionssuppe, die der Bürger, der sie sich selbst eingebrockt hat, auslöffeln wird. Anders ausgedrückt: Die Sozialdemokraten üben offen Verzicht auf höhere Werte und siedeln sich in den Latrinen an.

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